Guido Maria Kretschmer Interview zu Geschickt einfädelt 2016

Autor(in): | aktualisiert am: 1.11.2016

Guido Maria Kretschmer Interview zu Geschickt einfädelt 2016 – Foto: VOX – Andreas Friese

Was erwartet und was bietet Guido Maria Kretschmer bei bzw. von „Geschickt eingefädelt 2016„? Guido Maria Kretschmer erläutert im Interview, was sich ändert und was sich für ihn geändert hat in der neuen Staffel der VOX-Näh-Show „Geschickt eingefädelt – Wer näht am besten?“. Ein interessantes Interview von GMK, in dem man nicht nur mehr über die VOX-Sendung, sondern auch mehr über den Mode-Designer selbst erfährt.

Vor dem Interview mit Guido Maria Kretschmer noch kurz die Info, dass „Geschickt eingefädelt 2016“ ab 8.11.2016 auf VOX immer dienstags ab 20.15 Uhr für 6 neue Folgen gesendet wird. Dabei sind wieder 8 Kandidaten und Hobby-Schneider, natürlich GMK und die strenge Jurorin Inge Szoltysik-Sparrer. Weitere Details lesen Sie bitte im Artikel Geschickt eingefädelt: 2.Staffel mit GMK ab 8. November 2016  nach. Auch empfehlen in diesem Zusammenhang wollen wir das Geschickt einfädelt 2016: Interview mit Inge Szoltysik-Sparrer (es öffnet sich jeweils ein neues Fenster).

Interview mit Guido Maria Kretschmer

Welchen neuen Herausforderungen müssen sich die Hobbynäher stellen?

Guido Maria Kretschmer: In dieser Staffel verlangen wir vor allem technisch Einiges von den Hobbyschneidern. Besonders freue ich mich auf die tollen Upcycling-Aufgaben, die wir dieses Mal haben. Viele Leute haben alte Klamotten zu Hause – und dieses Umwandeln von alt auf neu ist nicht nur eine Herausforderung, sondern auch ein großes Vergnügen. Da haben wir ganz tolle Materialien herausgesucht, bei denen man normalerweise denken würde: „Was? Daraus kann man Klamotten machen?“ Das ist für mich ein kleines Highlight der Sendung.

GMK bei Geschickt eingefädelt 2016 – Foto: VOX – Andreas Friese

Auf welche weiteren Veränderungen können sich die Zuschauer freuen?

Guido Maria Kretschmer: Ich bin jemand, der den Menschen gerne Geschichten erzählt. Dieser Staffel habe ich auch noch mehr meinen eigenen Stempel aufgedrückt, da ich noch mehr Zeit mit den Kandidaten verbringe. Ich kann ihnen Geschichten erzählen und dadurch auch das Nähen amüsant verpacken. Ich glaube, dass wir außerdem tolle Beispiele für viele Näh-Interessierte zeigen. Aber auch die Zuschauer, die denken, dass nähen nicht so ihr Ding ist, werden gut unterhalten. Ich würde das Format als entschleunigtes Fernsehen beschreiben, was ich sehr schön finde. Wir suchen zwar einen Gewinner, aber auf eine ganz sanfte Art. Wenn bei uns jemand geht, dann ist es ganz entspannt. Denn die Kandidaten sind Hobbyschneider und wenn sie gehen, dann verlieren sie nicht ihr ganzes Leben. Dann gehen sie zurück und sind wieder Verwaltungsangestellte, Anwälte oder was auch immer sie beruflich machen.

Guido Maria Kretschmer und Inge Szoltysik-Sparrer – Geschickt eingefädelt 2016 – Foto: VOX – Andreas Friese

Setzen Sie nach der 1. Staffel andere Prioritäten bei der Beurteilung?

Guido Maria Kretschmer: Nein, für mich ist es so geblieben wie in der 1. Staffel. Ich bin sehr eng verbunden mit den Menschen und mit der Mode. Inge macht es auch so auf ihre Art – sie ist eher die kleine „Pingel-Inge“, die auf die technischen Dinge achtet. Ich bin da etwas breiter bespielbar, weil ich auch die Fantasie der Kandidaten betrachte. Ich finde es toll, wenn sie zum Teil völlig irre Sachen machen. Ansonsten hat sich für mich nichts geändert. Das Einzige, das sich in dieser Staffel verändert hat, ist das Näh-Niveau. Ich habe das Gefühl, dass es bei den meisten noch höher ist. Letztes Jahr hatten wir Leute, die sehr gut waren, manche, die eher schwach waren und manche, die okay waren. Dieses Jahr sind sehr viele sehr gut. Dadurch ist es manchmal sehr schwierig, eine Entscheidung zu treffen. Die Kandidaten sind oft nur einen Wimpernschlag voneinander entfernt und man kann kaum sagen, wer schlechter näht. Das ist eine wirkliche Herausforderung in diesem Jahr.

Wie ist Ihr Eindruck von den Kandidaten der 2. Staffel?

Guido Maria Kretschmer: Wir haben tolle Kandidaten, da ist von allem etwas dabei und es sind sehr interessante Persönlichkeiten. Einer ist gerade erst 18 Jahre alt und macht zurzeit sein Abitur. Eine andere ist fast 70 Jahre alt und schon in Rente. Einer ist Familienvater von zwei Kindern, der gerne Mittelalter-Kleidung näht und Nähen über alles liebt. Einige von ihnen träumen schon ihr Leben lang davon, Designer zu werden. Die eine kann sticken, dass die Heide wackelt und die nächste ist eine ganz kleine zarte Maus, die Lehrerin werden möchte. Es ist wirklich toll, ihnen allen zuzusehen. Ich finde es schön, dass wir in diesem Jahr Leute dabei haben, die noch besser nähen können. Ich bin fasziniert von dem Niveau unserer Kandidaten. Da sind wirklich zwei oder drei Hobbyschneider dabei, die ohne Probleme in einem Nähatelier anfangen könnten. Und die haben sich alles selbst beigebracht. Da kann ich nur sagen: Chapeau!

Hat „Geschickt eingefädelt“ Sie auf irgendeine Art und Weise als Modedesigner inspiriert?

Guido Maria Kretschmer: Ich habe jetzt zumindest einen anderen Blick auf Druckstoffe und auf einen etwas anderen Style von Mode. Ich habe einen Blick für die vielen kleinen und auch schrägen Sachen, die die Leute machen. Zum Beispiel hübsche Kleinigkeiten auf extrem bedruckten Stoffen oder aus harten Baumwollstoffen. Das war früher überhaupt nicht mein Ding und jetzt denke ich: „Och, das ist doch ganz süß.“ Mittlerweile mag ich das auch gerne, wenn ein Marienkäfer aus einer Tasche krabbelt oder sowas. Ich liebe das und ich weiß um die Vielfalt des Nähens. Aber meinen eigenen Style hat es jetzt nicht beeinflusst.

Geschickt eingefädelt 2016 – Guido Maria Kretschmer und Inge Szoltysik-Sparrer – Foto: VOX – Andreas Friese

In der neuen Staffel wird man Sie in Tutorials an der Nähmaschine sehen. Was genau können die Zuschauer von Ihnen lernen?

Guido Maria Kretschmer: Die Zuschauer können auf jeden Fall lernen, dass jeder nähen kann. Sobald man eine Nadel in die Hand nimmt, zwei Läppchen Stoff hat und den ersten Stich durch den Stoff zieht, dann kann man sagen: „Ich kann nähen!“ oder zumindest „Ich nähe!“ Das ist ein bisschen wie bei Yoga. Da kann man auch sagen: „Ich kann mich schon bewegen.“ Man muss sich einfach trauen und merkt dann, dass Nähen eigentlich überhaupt nicht schwierig ist. Man muss nur die Angst verlieren, sich an eine Nähmaschine zu setzen. Aber man kann auch mit den Händen ganz gut nähen. Ich habe ja auch in meinem letzten Buch als letzten Satz geschrieben: „Wenn morgen der ganze Strom ausfällt, dann gucken alle in die Röhre. Und wir nehmen einfach die Nadel, fädeln wieder ein und nähen weiter.“ Und das ist es: Man muss sich nur besinnen, dass man mit den Händen und ein bisschen Fantasie alles machen kann. Das ist nicht nur ein Talent, sondern es ist auch ein Handwerk und das kann man lernen. Genauso wie man Autofahren, Fahrradfahren oder Schwimmen lernen kann. Dann ist man befreiter und hat ein schöneres Leben. Nähen macht Freude und ist auch eine Art Meditation, weil man dort viele Dinge einfach vergisst und es entspannter macht. Das ist manchmal billiger als ein Meditationskurs. Das ist wirklich ein Vergnügen.

-Ende des Interviews-

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Quellenangaben: Das Interview mit GMK haben wir nicht selbst geführt, sondern wurde von VOX zu Verfügung gestellt.

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