Ballsaison 2010 / 2011 eröffnet – mehr Etikette in die Tanzschulen?

von: | aktualisiert am: 4.02.2014
Ball-Saison beginnt

Ball-Saison beginnt

Die Ballsaison 2010-2011 ist eröffnet! Der Ball als Gala oder Tanzball hat es in Deutschland schwer, gehört in Österreich und der Schweiz aber zu einer guten Tradition. Was Wunder, wenn man sich ein wenig in der Geschichte auskennt. Österreich steht in der Tradition z.B. einer Familie Strauß, die über Generationen herrliche Tanzmusik geschrieben hat, die sich für den Ball, den großen Tanzabend hervorragend eignete.

Der Wiener Opernball ist legendär und wahrscheinlich eines der größten gesellschaftlichen Ereignisse dort, das viele Menschen elektrisiert. Als Debütant auf dem Opernball in Wien tanzen zu dürfen ist eine besondere Ehre und davon träumen manche österreichische Mädchen wie andernorts andere von Prinzessin Lillifee.

Diese Tradition spürt man in Österreich überall. In Tanzschulen gibt es Benimm-Seminare, ganz normal und selbstverständlich, wie in Deutschland die Bachata-Stunde in jeden Salsa-Grundkurs gehört. Hat der Walzer und andere Standard-Tänze hier manchmal nur den Charme des Hochzeits-Crashkurses am Wochenende (die aber meist voll sind), legen selbst östereichische Salsa-Tanzschulen Wert darauf, auch diese Tänze ausgiebig zu vermitteln.

Ich finde, daran könnten sich die Tanzschulen in Deutschland durchaus ein Beispiel nehmen. Ja, es gibt sie, die auch in dieser Tradition unterrichten, aber das sind nur wenige. Wir werden bei Gelegenheit darauf weiter eingehen.

Auch Deutschland hat eine große Tradition des Gesellschaftstanzes – das nur vergessen, so lange ist das schon her. Fast 100 Jahre…

Der Tango z.B. verdankt einen großen Teil seiner Entwicklung und Bekanntheit genau dieser Tradition. Denn der Tango kam seinerzeit aus Argentinien hier her, war gesellschaftlich nicht erwünscht, ob der unsittlichen Annäherung von Mann und Frau, zum Teil sogar verboten und setzte sich dennoch auf dem Tanzparkett in den öffentlichen Tanzsälen durch – bevor er gesellschaftsfähig und weiterentwickelt und vom Moloch des Rotlicht-Milieus befreit nach Argentinien zurück kam.

Das war Anfang des 20. Jahrhundert, als in Deutschland bekannte Ballhäuser entstanden und es zum gesellschaftlichen Ereignis auch ärmerer sozialer Schichten wurde, tanzen zu gehen. Diese Entwicklung wurde dann jäh durch 2 Weltkriege und deren Folgen gestoppt, woran die Kultur des Tanzes allgemein und auch des Balls in speziellen noch heute krankt. Oder wurde diese Tradition nur unterbrochen? Das wäre eine Chance heute…

Kennt jemand noch die Tanzkarte? Wir werden ihr einen Artikel gönnen anlässlich unserers Ball-Specials, das wir heute starten. Natürlich haben wir auch eine Liste der Bälle 2010/2011 vorbereitet und werden sie in dieser Woche nach dem letzten Feinschliff online stellen. Mit der aktuellen Ball-Mode werden wir uns beschäftigen und natürlich mit den neuesten oder auch traditionellen Ball-Frisuren. Denn natürlich steht der Ball vor allem und zuerst in einer Tradition. Das ist uns auch Anlass, auf den Gesellschaftstanz näher einzugehen.

Seid gespannt und schaut wieder rein!

Und wenn Ihr Tipps und Hinweise zu unserem Special habt, Meinugnen oder Erfahrungen schreibt uns – hier gleich als Kommentar oder separat als E-mail! Wir freuen uns auf Eure Post!

Quellenangabe: Das Foto oben stammt von © Sandra Gligorijevic – auf Fotolia.com. Alle Rechte liegen dort.

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Ein Kommentar zu “Ballsaison 2010 / 2011 eröffnet – mehr Etikette in die Tanzschulen?”



  • Petra sagt:

    Die Tanzkarte – klar kenne ich sie, wenn auch nicht mehr persönlich, so doch aus Erzählungen der älteren Generation. Eigentlich eine sinnvolle Sache!
    Unsere Winterbälle der Debütanten und Fortgeschrittenen mit Tanzshows der unterschiedlichsten Stilrichtungen finden am ersten Dezemberwochenende statt. Benimm-Kurse für den Feinschliff absolvieren alle unsere Debütanten auch – und sie sind schon ganz erwartungsvoll für den den großen Abend!

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