Eiskunstlauf: Russische Sportler und Funktionäre 2022 vorläufig gesperrt

von: | aktualisiert am: 4.03.2022

Die Internationale Eislauf-Union (ISU) hat beschlossen, bis auf weiteres Eiskunstlauf-Sportler, -Trainer und -Funktionäre bei Wettbewerben und Veranstaltungen zu sperren, die die Verbände in Russland und Weissrussland vertreten, und auch keine Eiskunstlauf-Wettbewerbe in diesen Ländern durchzuführen.

Eiskunstlauf: Russische Sportler und Funktionäre 2022 vorläufig gesperrt

Eiskunstlauf: Russische Sportler und Funktionäre 2022 vorläufig gesperrt – Foto: Damian McCoig auf Unsplash

Das betrifft also nicht generell Sportler oder Funktionäre die aus Russland oder Weissrussland kommen oder da geboren sind oder eine entsprechende Staatsangehörigkeit haben, sondern nur solche, die für den russischen Verband oder den aus Weissrussland bei Veranstaltungen starten bzw. diese vertreten.

Die ISU folgt damit einer Empfehlung des IOC und erklärt ausdrücklich seine Solidarität mit dem „gesamten ukrainischen Volk und Land“.

Für das Eiskunstlaufen kann die ISU-Entscheidung Auswirkungen auf die Eiskunstlauf-WM 2022 haben, die Ende März stattfindet und die erst verschobene Junioren-WM 2022 (neuer Termin über Ostern). Es gibt noch eine Reihe Veranstaltungen in dieser Saison, die aber nicht eine solch bedeutende Rolle spielen.

Der Russische Eiskunstlaufverband erklärt dazu, man empfinde die ISU-Entscheidung als diskriminierend und dass sie „den Grundprinzipien der internationalen olympischen Bewegung grob“ widerspräche. Man werde „alle möglichen Handlungsoptionen prüfen und die notwendigen Maßnahmen ergreifen, um die Interessen unserer Athleten und Trainer zu wahren und zu schützen„.


Unabhängig davon, wie ein jeder von uns von die aktuellen Ereignisse beurteilt, verlassen ISU und IOC tatsächlich eine bisher vertretene Linie, sich aus politischen Wertungen herauszuhalten.

Das IOC beruft sich dabei einerseits auf eine UN-Resolution, in der sich alle 193 UNO-Länder verpflichten, einen „Olympischen Waffenstillstand“ zu wahren – eine Zeit lang vor, während und nach den Olympischen Spielen und Paralympischen Spielen.

Das IOC hatte von seinen Mitgliedsverbänden gefordert, derzeit keine Veranstaltungen und Wettbewerbe in Russland oder Weissrussland durchzuführen und außerdem, weder Flaggen noch Nationalhymnen dieser Länder zu zeigen bzw. zu spielen.

Zusätzlich wurde vom IOC empfohlen, keine Sportler und Funktionäre aus beiden Ländern bei Wettbewerben starten bzw. sonst mitwirken zu lassen.

Dem Dilemma, wie es das IOC bezeichnet, grundsätzlich Sportler nicht für das Handeln ihrer Regierungen verantwortlich zu machen bzw. büßen zu lassen, ist man sich durchaus bewusst.

Man erklärt es extra und begründet die Abweichung in diesem Fall mit dem Fairness-Gedanken, dass Sportler aus der Ukraine vermutlich nicht an Wettbewerben teilnehmen können wegen der Situation in ihrem Land und es deshalb auch den Sportlern aus Russland und Weissrussland nicht erlaubt sein soll (Funktionären ebenso).

Andererseits lässt das IOC eine Hintertür offen, in dem es die Möglichkeit erwähnt, „russische oder belarussische Staatsangehörige … sollten nur als neutrale Athleten oder neutrale Mannschaften zugelassen werden.“

Ob die ISU diese Möglichkeit jenen Sportlern einräumt, die sich z.B. sportlich für die Weltmeisterschaft qualifiziert haben, geht aus der ISU-Erklärung nicht hervor. Sicher müssten auch die beiden Länder das sanktionieren, denn dass Sportler sich gegen ihre Länder wenden, ist generell wohl nicht zu erwarten.

Sollte die Sperre aus gegebenem Anlass länger anhalten, könnten sich erhebliche Folgen für die kommende Eiskunstlauf-Saison 2022-2023 ergeben…

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