Diversifikation der Ereignisse

Autor(in): | aktualisiert am: 10.02.2013

Die Ereignisse in dieser Woche übertreffen sich wieder einmal gegenseitig. Eine Diversifikation der Ereignisse, die einer Diversifikation der Interessen folgt? Oder ist es die mediale Präsenz, die sorgt dafür, dass kaum mehr Aufmerksamkeit für einen einzelnen Höhepunkt verbleibt, als die für den Augenblick?

Die “Event”-Kultur treibt inzwischen und zuweilen eigenartige Blüten. Da ist der Segen manchmal auch ein Fluch. Das beginnt bei den Veranstaltungen selbst – Ihrer Zahl, Ihrer Ausrichtung und manchmal ihrer bloßen Existenz. Und das geht bis hin zur Effekthascherei in den Medien, die kaum mehr als ein Blitzlicht auf das einzelne Ereignis erlaubt. Oder im gegenteiligen Fall eine solche Konzentration, dass man beginnt darüber nachzudenken, was man mit den verschwendeten Ressourcen nicht alles anfangen könnte.

In einer Stadt wie Berlin hat man inzwischen kaum noch Gelegenheit, wirkungsvoll auf kleinere Veranstaltungen öffentlich und außerhalb eines Kreises der Eingeweihten aufmerksam zu machen. Hier gibt es zig lokale Zeitungen und Radiosender, von den überregionalen Angeboten ganz abgesehen. Wo also platziert man seine Bekanntmachungen? Wer interessiert sich für eine bestimmte Veranstaltung? Oder anders herum gefragt, wofür interessieren sich diese Medien?

Zum Beispiel ist am Wochenende die Berliner Meisterschaft Lateinamerikanische Tänze. Wer wird davon Kenntnis nehmen, außer die Beteiligten selbst und Ihre Familien und Freunde?

Wir werden sehen.

Andererseits kann man nur immer wieder die Frage stellen, ob man nicht (auch) im Tanzsport neue Wettkampfformen finden muss? Das hatten wir hier schon gelegentlich angestoßen und in bescheidenem Maß diskutiert.

Warum z.B. werden nicht die Meisterschaften für Standard- und Lateinamerikanische Tänze zusammengelegt? Freilich müsste man sich dann etwas beschränken.

Müssen zu einer Landesmeisterschaft alle Alters- und Startklassen antreten? Grundsätzlich sicher schon, aber vielleicht geschickt aufgeteilt? Mit einem Rahmen- und einem Haupt-Programm, vereinzelt vielleicht sogar mit Vor-Qualifikationen?

Oder muss man nicht die Meisterschaften in Ihrer Bedeutung stärken? Derzeit ist es nämlich z.B. so, dass ein Landesmeister-Tanzpaar nicht automatisch deshalb für die Deutschen Meisterschaft qualifiziert ist. Dadurch gibt es Tanzpaare, die zur Landesmeisterschaft gar nicht erst antreten. Wozu der Stress?

Das alles hat Auswirkungen von und bis hin zur Deutschen Meisterschaft. Unter anderem deshalb wäre es nicht recht, das allein an einer Landesmeisterschaft fest zu machen.

Die Paare brauchen ausreichend Gelegenheit, zu tanzen, sich zu üben und zu profilieren. Die großen Turniere, wie Blaues Band, Deutschland-Pokal, das Summer Dance Festival oder die GOC sind dafür sicher nur bedingt geeignet – oder nur für einen Teil der Tanzpaare tatsächlich sinnvoll.

Das sind nicht die einzigen Baustellen, über die es sich zu diskutieren lohnt…

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