Angst vor zu viel Nähe – zum Beispiel Ruedaritis und Bachata mit Figurkombinationen

Angst vor zu viel Nähe – zum Beispiel Ruedaritis und Bachata mit Figurkombinationen

Autor(in): | aktualisiert am: 11.02.2011

Aus aktuellem Anlass möchte ich mich hier einmal der Nähevermeidung widmen, z.B. in der Form der um sich greifenden Ruedaritis – oder der “Unsitte”, den Bachata zum Bachatafox zu ruinieren, indem fleißig alle möglichen Figuren und Figurkombinationen eingebaut werden.

Allerdings möchte ich auch gleich betonen, dass ich Gruppen- und Linientänze aller Art sehr schätze! Zu nennen wären da eben Salsa Rueda, Square-Dance, der typischen Line-Dance und auch Stepptanz in der Gruppe ist ja recht populär. In gewisser Weise könnte man sogar die Polka oder den Walzer dazu zählen, die auch in der Gruppe getanzt einen besonderen  Schwung bekommen. Auch im Turniertanz gibt es ja die Formationwettbewerbe, in den oft hochklassige und toll anzuschauende Leistungen gezeigt werden. Und schließlich die vielen Volkstänze sollen nicht unerwähnt bleiben. All das mag sich sehr und jeder, der sich darum verdient macht, hat meine uneingeschränkte Anerkennung!

Was mich zunehmend wundert, ist die “Verunstaltung” wunderschöner Tänze, wie z.B. des Bachatas durch Ruedaisierung oder Verfoxung. Was steckt bloß dahinter, dass man einen so schönen Tanz, der sicher zu den erotischsten zählt, die es überhaupt gibt, derart maltretiert. Demnächst kommt noch jemand auf die Idee, den Lambada als Rueda zu tanzen?

Angst vor zuviel Nähe vielleicht? Hat man sich nicht mal 3 Minuten was zu erzählen? Oder kann man nicht mal 3 Minuten einfach die Klappe halten und die Nähe des Tanzpartner zulassen und genießen? Ist in einer Zeit, in der wir uns weltweit vernetzen und alles Mögliche von uns in Facebook & Co. anderen zugänglich machen, kein Platz für wirkliche Nähe?

Oder folgt das einem allgemeinen Trend, der Vieles oberflächlich werden lässt? Eine allgemeine gesellschaftliche Entwicklung, die das Weglaufen vor die Auseinandersetzung stellt, die das Entziehen so leicht macht, dass man sich dem Gegenüber dann nicht mehr stellen muss, wenn es mir selbst “gefährlich” werden, mich verletzen könnte? Ist das lose Netzwerk zwar beliebt, aber nicht wirkliche Nähe?

Oder ist es einfach das Bemühen von Tanzlehrern und Tanzschulen um immer neue Reize und es handelt sich um eine temporäre Erscheinung, die bald wieder vergessen ist? Denn natürlich gibt es beim ausdrücklich erlaubten Mixen immer wieder solche Formen, die sich dann durchsetzen und andere, die eben weniger geeignet oder nicht so toll sind, als dass sie dauerhaft Einzug halten würden.

Vielleicht ein wenig hiervon, ein bisschen davon, wie das oft so ist? Was meint Ihr?

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