Olympia 2026 Eiskunstlauf-Frauen: Ergebnisse, Medaillen in Mailand
von: Karsten Heimberger | aktualisiert am: 5. März 2026Für die Eiskunstlauf-Frauen bei Olympia 2026 hier die Ergebnisse und Medaillen-Gewinner – die Entscheidung in der Kür mit allen Punkten und außerdem Einschätzungen der Leistungen und Ereignisse.

Olympia 2026 Eiskunstlauf-Frauen Ergebnisse – hier im Bild Isabeau Levito aus den USA – Foto: © International Skating Union (ISU)
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Olympiasiegerin 2026 ist Alysa Liu aus den USA.
So wurden die Olympia-Medaillen vergeben:
- Gold: Alysa Liu
- Silber: Kaori Sakamoto
- Bronze: Ami Nakai
Entscheidend für den Sieg von Alysa Liu war neben ihrer fehlerfreien, begeisternden Kür ein kostspieliger taktischer Fehler von Favoritin Kaori Sakamoto in einer Sprungkombination.
Unter der Ergebnis-Liste aus Mailand finden Sie Meinungen und Einschätzungen nach und vor den Programmen der Eiskunstläuferinnen.
Inhaltsverzeichnis
Olympia 2026 Eiskunstlauf-Frauen: Ergebnisse
Nun zunächst die Ergebnisse der Eiskunstlauf-Frauen bei Olympia 2026 in Mailand, die wir während der Wettbewerbe live ergänzt hatten – in der Kür am 19. Februar 2026 genauso, wie im Kurzprogramm am 17. Februar 2026.
Ergebnisse Eiskunstlauf-Frauen Olympia 2026 Kür & Kurzprogramm
Die Ergebnisse der Eiskunstlauf-Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand nach Kür und Kurzprogramm:
- Alysa Liu aus den USA – 226,79 Punkte insgesamt aus Kür 150,20 (77,74+72,46) + Kurzprogramm 76,59 (41,34+35,25) – persönliche Bestleistung Gesamt und Kurzprogramm
- Kaori Sakamoto aus Japan – 224,90 Punkte insgesamt aus Kür 147,67 (72,83+74,84) + Kurzprogramm 77,23 (40,08+37,15)
- Ami Nakai aus Japan – 219,16 Punkte insgesamt aus Kür 140,45 (72,53+67,92) + Kurzprogramm 78,71 (45,02+33,69) – persönliche Bestleistung KP
- Mone Chiba aus Japan – 217,88 Punkte insgesamt aus Kür 143,88 (74,76+69,42) + Kurzprogramm 74,00 (38,72+35,28) – persönliche Bestleistung Gesamt
- Amber Glenn aus den USA – 214,91 Punkte insgesamt aus Kür 147,52 (78,87+68,65) + Kurzprogramm 67,39 (34,19+33,20)
- Adeliia Petrosian aus Russland – 214,53 Punkte insgesamt aus Kür 141,64 (76,93+65,71) + Kurzprogramm 72,89 (40,44+32,45) – startet als neutrale Athletin (AIN) – alles persönliche Bestleistung
- Niina Petrokina aus Estland – 210,82 Punkte insgesamt aus Kür 141,19 (74,82+66,37) + Kurzprogramm 69,63 (36,80+32,83)
- Haein Lee aus Südkorea – 210,56 Punkte insgesamt aus Kür 140,59 (74,15+66,34) + Kurzprogramm 70,07 (37,61+32,46)
- Anastasia Gubanova aus Georgien – 209,99 Punkte insgesamt aus Kür 138,22 (71,39+68,83) + Kurzprogramm 71,77 (38,28+33,49) – persönliche Bestleistung Kurzprogramm
- Sofia Samodelkina aus Kasachstan – 207,46 Punkte insgesamt aus Kür 138,99 (73,77+65,22) + Kurzprogramm 68,47 (36,42+32,05) – persönliche Bestleistung Kurzprogramm und Gesamt
- Jia Shin aus Südkorea – 206,68 Punkte insgesamt aus Kür 141,02 (75,05+65,97) + Kurzprogramm 65,66 (35,79+30,87) – persönliche Bestleistung Kür
- Isabeau Levito aus den USA – 202,80 Punkte insgesamt aus Kür 131,96 (64,50+68,46) + Kurzprogramm 70,84 (36,77+34,07)
- Nina Pinzarrone aus Belgien – 200,30 Punkte insgesamt aus Kür 131,33 (67,63+63,70) + Kurzprogramm 68,97 (36,86+32,11)
- Loena Hendrickx aus Belgien – 199,65 Punkte insgesamt aus Kür 128,72 (61,49+67,23) + Kurzprogramm 70,93 (36,92+34,01)
- Lara Naki Gutmann aus Italien – 195,75 Punkte insgesamt aus Kür 134,19 (69,73+64,46) + Kurzprogramm 61,56 (29,50+32,06)
- Iida Karhunen aus Finnland – 192,79 Punkte insgesamt aus Kür 127,73 (68,43+59,30) + Kurzprogramm 65,06 (36,22+28,84) – alles persönliche Bestleistung
- Julia Sauter aus Rumänien – 190,93 Punkte insgesamt aus Kür 127,80 (66,28+62,52) + Kurzprogramm 63,13 (34,15+28,98) – alles persönliche Bestleistung
- Olga Mikutina aus Österreich – 185,59 Punkte insgesamt aus Kür 123,87 (64,06+59,81) + Kurzprogramm 61,72 (32,64+29,08)
- Ruiyang Zhang aus China – 178,03 Punkte insgesamt aus Kür 118,65 (61,54+57,11) + Kurzprogramm 59,38 (32,64+26,74)
- Ekaterina Kurakova aus Polen – 173,37 Punkte insgesamt aus Kür 113,37 (56,60+56,63) + Kurzprogramm 60,14 (31,56+28,58)
- Livia Kaiser aus der Schweiz – 171,52 Punkte insgesamt aus Kür 115,83 (62,95+53,88) + Kurzprogramm 55,69 (30,62+26,07)
- Lorine Schild aus Frankreich – 167,08 Punkte insgesamt aus Kür 111,45 (59,41+52,04) + Kurzprogramm 55,63 (29,32+26,31)
- Kimmy Repond aus der Schweiz – 159,54 Punkte insgesamt aus Kür 100,34 (51,21+53,13) + Kurzprogramm 59,20 (29,84+29,36)
- Mariia Seniuk aus Israel – 152,61 Punkte insgesamt aus Kür 94,00 (44,64+50,36) + Kurzprogramm 58,61 (32,15+26,46)
- Madeline Schizas aus Kanada – 55,38 Punkte (26,39+28,99) – ausgeschieden
- Viktoriia Safonova aus Weißrussland – 54,57 Punkte (29,15+25,42) – startet als neutrale Athletin (AIN) – ausgeschieden
- Meda Variakojyte aus Litauen – 53,86 Punkte (29,77+24,09) – ausgeschieden
- Alexandra Feigin aus Bulgarien – 53,42 Punkte (28,77+24,65) – ausgeschieden
- Kristen Spours aus Großbritannien – 45,54 Punkte (21,55+23,99) – ausgeschieden
Hinweis: Am Start bei den Olympischen Winterspielen 2026 in der Milano Ice Skating Arena waren 29 Eiskunstläuferinnen im Kurzprogramm, von denen sich 24 Frauen für das Kür-Finale qualifizieren konnten.
Meinungen und Einschätzungen
Meinung nach der Kür der Frauen
Die Kür der Frauen war doch etwas mehr durch Anspannung geprägt, als ich mir das gewünscht hätte – aber wer wollte das nicht verstehen:
Für viele der Eiskunstläuferinnen ging es um viel – nicht nur um Ruhm und Ehre oder Geld, sondern um eine besondere Art der Anerkennung – ein Zeugnis vor sich selbst, das man ablegt beim größten und bedeutendsten Sportereignis – Olympia! Irgendwie magisch…
Es war aber auch sehr emotional!

Ami Nakai aus Japan in ihrer Kür – Bronzemedaille bei Olympia 2026 – Foto: © International Skating Union (ISU)
Zum Beispiel, wenn die 20-Jährige, die gerade eben Olympiasiegerin geworden ist, die 17-Jährige Ami Nakai tröstet, die angesichts ihres großen Erfolges, eine Medaille bei Olympia gewonnen zu haben, in den Armen der „erfahrenen“ Weltmeisterin und Olympiasiegerin erst einmal laut weint, als alle Last von ihr abfällt.
Oder diese leichte Bitterkeit, die man mit Kaori Sakamoto empfindet, weil es zwar Silber wurde, aber eben nicht Gold. Kaori Sakamoto hatte die ganze Olympiade dominiert im Eiskunstlauf der Frauen, die 4 Jahre seit den letzten Olympischen Winterspielen.
Und nun teilt sie das Schicksal von Madison Chock – Evan Bates im Eistanz, dort ihrerseits genauso dominant. Es kommt jemand mit frischem Geist und Esprit und übernimmt den Thron, der von Dir noch warmgesessen ist.
Oder die Bitternis, die man Adeliia Petrosian angesehen hat, weil sie hier bei Olympia auf sich allein gestellt, mindestens in den 4 Minuten Kür auf dem Eis, für etwas bezahlt, mit dem sie nichts zu tun hat, für das sie nichts kann – stellvertretend für alle ihre sportlich großartigen Eiskunstläuferinnen, Eiskunstläufer und Eistänzer daheim.
Eine erst 18-Jährige, die vier Jahre lang nicht dazu gehören durfte zu den anderen jungen Leuten, die die gleiche Leidenschaft teilen, mit gleicher Inbrunst trainieren tagein tagaus – die keine Mannschaftskameraden dabei haben durfte bei Olympia, keine Kumpels, keine Freundin, die ihr Kraft geben, sie auffangen – einfach da sind. Sie waren nicht da…
Und es war sportlich!

Alysa Liu überzeugte bei Olympia 2026 mit ihrer Begeisterung und Freude – Foto: © International Skating Union (ISU)
Olympia-Siegerin Alysa Liu ist es wieder gelungen, ganz nach oben aufs Treppchen zu springen. Sie war gut in Form und hat ihr Programm mit Begeisterung und fehlerfrei aufs Eis gebracht – und das war am Ende entscheidend!
Irgendwie war es wie zur letzten WM: Man kann es vorher kaum erklären, man sieht sie aber kommen, wie einen Zug in der flachen Ebene schon von Weitem. Und dann braust sie heran mit einer Energie, die alles um sie herum verzaubert und in einen goldenen Alysa-Schleier hüllt.
Silbermedaillen-Gewinnerin Kaori Sakamoto hatte einen Fehler in ihrer Kür, hat in einer geplanten Kombination nur einen Sprung gemacht (die Landung war nicht ganz sauber), der dann auch noch als Einzelsprung eine Wiederholung war und deshalb nur mit 70% des Nominalwertes gewertet wurde.
Dadurch fehlen ihr die zwei Punkte insgesamt, die den Unterschied ausmachen!
Jeder Sprung angehängt hätte diese zwei Punkte gebracht. Durch die Abwertung des ersten wäre sogar ein einfacher Sprung ausreichend gewesen, um die Kombination und damit den vollen Wert des ersten Sprungs zu retten. Aber das hatte sie wohl in dem Moment nicht im Visier?
Kaori Sakamoto wirkte insgesamt in der Kür eher angepannt als locker.

Kaori Sakamoto aus Japan in ihrer Kür – Silbermedaille bei Olympia 2026 – Foto: © International Skating Union (ISU)
Für Bronzemedaillen-Gewinnerin Ami Nakai ist der dritte Platz ein riesiger Erfolg und sie konnte sich so sehr darüber freuen. Sie hatte zwar einen kleinen Fehler in der Kür, der aber vermutlich keinen Unterschied für das Ergebnis gemacht hat. Sie war den zweiten Sprung in einer Kombination nur doppelt gesprungen, obwohl er dreifach geplant war.
Amber Glenn ist mit einer guten Kür noch bis auf Platz 5 nach vorn geklettert. Mit dem Rittberger hatte sie aber weiter so ihre Schwierigkeiten, der sie schon im Kurzprogramm eine bessere Platzierung gekostet hatte. Es bleibt aber eines bei Ihr: Sie müsste konstanter gute Leistungen zeigen, in beiden Programmen gut sein. Manchmal gelingt ihr das, aber viel zu selten.
Adeliia Petrosian wurde auf Platz 6 verdrängt. Sie hätte, wie zunächst geplant, auf den vierfachen Toeloop verzichten sollen. Hinterher ist man da natürlich immer klüger.
Aber, mit einem tollen, fehlerfreien Programm hätte es nicht nur sportlich mehr Punkte gegeben, sondern sie hätte auch mehr begeistern können. So war sie einfach nur da und eher ein Schatten ihrer selbst, verglichen mit der Adeliia von vor einem Jahr. Es steckte nach dem ersten Sprung, der eben nicht gelang, der Wurm drin, weil die Freude fehlte, die Leidenschaft – die sie hat, aber nicht zeigen und dem Publikum mitgeben konnte.
Die Frauen dahinter, und da geht es bis Platz 15, waren mal gut und konnten mit neuen Bestleistungen glänzen und sich ein paar Plätze nach vorn schieben oder jene behaupten – mal klappte dies oder jenes nicht und sie landeten in der Endabrechnung weiter hinten.
Immerhin, sie gehören zu den 15-20 besten Eiskunstläuferinnen der Welt derzeit! Da ziehen wir den Hut, verneigen uns und sagen Dankeschön für all die Mühe und Entbehrungen und viele, schöne Eiskunstlauf-Wettbewerbe!
Bei den Eiskunstläuferinnen aus Österreich und der Schweiz geht es wieder etwas aufwärts, habe ich den Eindruck – auch wenn Kimmy Repond die ersten 1,5–2 Minuten ihrer Kür sicher ganz schnell vergessen will, weil da fast alles daneben ging. Sie hat sich ehrbar durchgekämpft bis zum Schluss und die zweite Hälfte der Kür lief wieder besser.
Besser lief es auch bei Olga Mikutina und genauso konnten wir bei Livia Kaiser wieder in ein Lächeln sehen, statt mancher trauriger Momente der letzten Monate.
Insgesamt waren es Olympische Winterspiele 2026 mit teils großartigen Leistungen und einigen, sehr emotionalen Momenten – es war alles dabei!
Nun kommen noch die Weltmeisterschaften bei den Junioren und den Erwachsenen, dann atmen wir kurz durch und dann geht es schon wieder in die neue Saison.
Gespannt bin ich, was die ISU, der internationale Eiskunstlauf-Verband, beschließt – ob es Neuerungen für die nächste Saison oder für die Zeit bis zu den nächsten Olympischen Winterspielen gibt. Die Anhebung der Altersgrenze bei den Frauen, nach den letzten Spielen beschlossen, hat sich durchaus positiv ausgewirkt, finde ich. Aber das wäre ein neues und eigenes Thema…
Vor der Kür ein Favoriten-Check: Wer gewinnt eine Medaille?
So schätzten wir die Lage vor der Entscheidung in der Kür ein:
Ausgehend vom Ergebnis im Kurzprogramm und den Medaillen-Entscheidungen bei Olympia 2026 im Eiskunstlauf bisher, kommen für eine Medaille die Frauen auf den ersten fünf Plätzen bisher in Frage.
Wer hier Gold, Silber und Bronze gewinnen wird, ist weitgehend offen! Erst ab Platz 6 gibt es eher keine oder nur Außenseiter-Chancen.
Die erst 17-Jährige Ami Nakai kann völlig unbeschwert ihre Kür laufen. Jedes Ergebnis, mit dem sie sich auf einem der vorderen oder gar Medaillenplätzen behaupten kann, ist ein riesiger Erfolg.
Sie hat schon bewiesen, dass sie den Älteren ein Schnippchen schlagen kann und hält mit die besten Saison-Leistungen von allen – nur 0,1 Punkte hinter Kaori Sakamoto in der Gesamtwertung und nur 1,05 Punkte in der Kür hinter dieser (siehe auch unseren Artikel Eiskunstlauf-Rekorde und Bestleistungen).
Hier in Mailand hat Ami Nakai knapp 1½ Punkte Vorsprung nach dem Kurzprogramm.

Kaori Sakamoto aus Japan – Platz 2 im Kurzprogramm bei Olympia 2026 – Foto: © International Skating Union (ISU)
Kaori Sakamoto ist in dieser Saison auf „Abschiedstour“. Sie könnte die Kür genauso unbeschwert genießen. Allerdings fehlt der dominierenden Eiskunstläuferin der letzten Jahre noch eine Olympische Goldmedaille in ihrer beeindruckenden Sammlung von Erfolgen. Vor vier Jahren hatte sie die Bronzemedaille gewonnen.
Das könnte für Druck sorgen, der manche inspiriert, motiviert und andere nervös Fehler machen lässt. Dafür gab es bisher kaum Anzeichen. Aber das haben wir von Ilia Malinin und dessen Olympia-Kür auch gedacht.
Auch Alysa Liu hat (wie Ami Nakai) Erfahrungen damit, Kaori Sakamoto in einem Wettbewerb überflügelt zu haben. Vor knapp einem Jahr schnappte sie ihr den Weltmeistertitel vor der Nase weg. Dabei gibt es weitere Parallelen mit Ami Nakai – nämlich diese unbeschwerte, ansteckend fröhliche Art, die Programme zu laufen.
Außerdem ist Alysa Liu auch erst 20 Jahre alt und schon Weltmeisterin. Sie könnte also auch mit einer gewissen Leichtigkeit in diesen Kür-Wettbewerb gehen. Mit einer Medaille hätte sie bereits sehr viel gewonnen.
Mone Chiba ist die, mit der wahrscheinlich die Wenigsten rechnen, mindestens, wenn es um Gold geht. Aber genau das kann ihre Chance sein!
In die Gedanken und Pläne von Adeliia Petrosian und ihrem Team würde ich gern schauen. Sie könnte auf’s Stockerl klettern. Aber es lief nicht so gut in dieser Saison und für die Olympia-Kür hat sie keinen dreifachen Axel, aber (neu, korrigiert kurz vor der Kür) den vierfachen Toeloop im angekündigten, geplanten Programm.
Meinung nach dem Kurzprogramm der Frauen
Das Kurzprogramm der Frauen bei Olympia 2026 war ein stimmungsvoller und zudem hochklassiger Wettbewerb mit vielen guten Leistungen!

Ami Nakai aus Japan auf Platz 1 im Kurzprogramm bei Olympia 2026 – Foto: © International Skating Union (ISU)
Auf dem vorläufigen Platz 1 begeisterte Ami Nakai ähnlich wie beim ersten Grand Prix der Saison in Angers. Schon damals lag die junge Japanerin (die in der letzten Saison noch bei den Junioren startete) im Kurzprogramm an der Spitze vor Kaori Sakamoto. Sogar die Punktzahlen und Abstände waren damals ähnlich, wie hier in Mailand.
Doch dürfte es hier bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand schwieriger werden, Platz 1 zu verteidigen. Kaori Sakamoto ist inzwischen besser in Form, als damals vor fünf Monaten, als sie Olympia bei ihrem Formaufbau schon im Fokus hatte.
Mal sehen, ob hier in Mailand bei Olympia die Unbeschwertheit der Jugend triumphiert oder die Erfahrung der gestandenen Eiskunstläuferin?
Ami Nakai hat u.a. den dreifachen Axel im Gepäck, der sie hier an die Spitze nach dem Kurzprogramm führte und der auch in der Kür allein rund 5 Punkte oder mehr wert sein kann gegenüber einem Doppel-Axel, auch wenn Kaori Sakamoto den mit Abstand am besten bewerteten Doppel-Axel im Kurzprogramm gezeigt hatte (4,86 Punkte).

Alysa Liu aus den USA – Platz 3 im Kurzprogramm bei Olympia 2026 mit guten Chancen auf eine Medaille – Foto: © International Skating Union (ISU)
Alysa Liu aus den USA, die amtierende Weltmeisterin, liegt nur rund 1 bis 2 Punkte zurück hinter den beiden japanischen Eiskunstläuferinnen. Die US-Amerikanerin präsentierte sich in bester Form und hat noch jede Chance, in den Kampf um die Goldmedaille einzugreifen, sich um einen oder sogar zwei Plätze zu verbessern.
Das allein ist schon ein spannender Dreikampf um die Olympia-Medaillen! Und wenn diese drei Eiskunstläuferinnen ihre Leistungen bringen, dürfte es sehr schwer sein für dahinter liegende Frauen, noch in diesen Wettbewerb um die Medaillen einzugreifen.
Die Möglichkeit ist jedoch gegeben, denn selbst auf Platz 4 und 5 sind die Abstände nicht sehr groß. Mone Chiba (derzeit Platz 4) sehe ich da eher nicht, aber die Gelegenheit ist real.

Adeliia Petrosian auf Platz 5 im Kurzprogramm bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand – Foto: © International Skating Union (ISU)
Gespannt sein darf man, wie sich Adeliia Petrosian zeigt, wenn sie nicht schon als Zweite zu Beginn des Wettbewerbs auf’s Eis muss (wie im Kurzprogramm), sondern mit den Besten in der letzten Startgruppe starten kann.
Es könnte vor allem auf die Programm-Komponenten ankommen, denn im Kurzprogramm waren die ersten fünf Eiskunstläuferinnen (abgesehen vom dreifachen Axel von Ami Nakai) technisch sehr ähnlich bewertet worden, wenn man die Programmteile einzeln betrachtet. Da geht es mal etwas nach oben oder nach unten, aber es ist der gleiche „Korridor“.
Von Platz 6 bis Platz 12 sind es wieder nur gut 3 Punkte Unterschied. In dieser Gruppe ist leicht noch manche Verbesserung oder ein Abfallen auf einen der hinteren Plätze möglich. Eher unwahrscheinlich ist es, dass eine dieser Eiskunstläuferinnen ganz vorn hineinläuft.

Amber Glenn aus den USA unglücklich im Kurzprogramm auf Platz 13 gelandet – Foto: © International Skating Union (ISU)
Amber Glenn aus den USA, derzeit auf Platz 13, könnte einen großen Sprung nach vorn machen. Sie sprang im Kurzprogramm zwar den dreifachen Axel, dann aber den Rittberger (Loop) nur doppelt, obwohl der dreifach hätte sein müssen – ein Pflichtelement (der Dreifachsprung, nicht der Loop). Somit fehlen ihr diese Punkte bisher. Ohne dieses Missgeschick hätte sie sich vielleicht irgendwo um Platz 5 oder 6 einsortiert.
Und oft schon hat die US-Amerikanerin nach einem verpatzten Programm dann noch glänzen können (oder auch anders herum).
Olympia 2026 Eiskunstlauf-Frauen: Ausblick vor dem Wettbewerb
Das war die Einschätzung vor dem Wettbewerb:
Der Wettbewerb der Eiskunstlauf-Frauen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in der Milano Ice Skating Arena wird bestimmt genauso spannend, wie die bisherigen Medaillen-Entscheidungen bei Olympia 2026.
Die große Favoritin auf die Goldmedaille ist Kaori Sakamoto, die die letzten Jahre im Frauen-Eiskunstlauf geprägt hat, wie keine andere und ihre Karriere gern mit einem Olympiasieg krönen möchte. Bei den letzten Olympischen Spielen belegte sie noch Platz 3, war dann dreimal Weltmeisterin und einmal Vize-Weltmeisterin und hat zahlreiche andere wichtige Eiskunstlauf-Wettbewerbe gewonnen.
Kaori Sakamoto ist eigentlich sehr stabil und nervenstark. Allerdings hatte ich das von Ilia Malinin in der Männer-Konkurrenz auch angenommen (siehe Olympia 2026 Eiskunstlauf Männer: Ergebnisse, Überraschende Entscheidung in der Kür). Drücken wir dieser Ausnahme-Athletin die Daumen, dass ihr nicht das gleiche Malheur widerfährt!
Ihre größte Konkurrentin könnte Adeliia Petrosian werden, die mehrfache Russische Meisterin, die als neutrale Athletin in Mailand starten darf. Die Betonung liegt auf könnte. Denn sie war in den letzten Jahren nicht bei internationalen Eiskunstlauf-Wettbewerben dabei und wird sicher den gleichen Druck spüren wie ihr Landsmann Petr Gumennik, der zwar gut war (Platz 6), aber nicht die Leistung gezeigt hat, die er zuhause zuvor schon zeigen konnte.
Außerdem hatte sie in der laufenden Saison Schwierigkeiten mit ihrem zuvor sicheren dreifachen Axel (wegen einer Verletzung im Frühherbst). Doch anders als Ilia Malinin (der vor ein paar Tagen u.a. daran scheiterte) plant sie diese Höchstschwierigkeit nicht im Kurzprogramm zu springen – so das angekündigte Programm der Elemente der Eiskunstläuferin aus Russland.
Es ist vermutlich auch noch nicht nötig, hier ins Risiko zu gehen, denn nur Ami Nakai und Amber Glenn planen, sich mit diesem Sprung einen Punktevorsprung zu holen (wenn wir alles richtig überschauen) und sich so für die Medaillen-Entscheidung in Mailand am Donnerstag in Stellung zu bringen.
Nicht vergessen bei der Nennung der Favoritinnen auf eine Medaille wollen wir Alysa Liu, die amtierende Weltmeisterin und Mone Chiba, vielleicht auch die zweimalige Europameisterin Niina Petrokina sowie Isabeau Levito, die immer vorn mit dabei war bzw. ist und wieder stabiler zu sein scheint.
Mit unseren Eiskunstläuferinnen aus der Schweiz (Kimmy Repond, Livia Kaiser) und aus Österreich (Olga Mikutina) wollen wir die Olympia-Wettbewerbe genießen und auf gute Leistungen hoffen. Im Konzert der Besten werden sie aber wohl nicht mitspielen können.
Olympia 2026 Eiskunstlauf-Frauen: Zeitplan, Übertragungen
Die Kür der Frauen bei Olympia 2026 war am Donnerstag, 19. Februar 2026, 19.00 Uhr, das Kurzprogramm der Frauen bei Olympia 2026 am Dienstag, 17. Februar 2026, ab 18.45 Uhr.
Kommentatorin im Live-Stream war jeweils Petra Bindl.
Alle Eiskunstlauf-Wettbewerbe bei Olympia 2026 werden live als Livestream von Sportschau (ARD) und Sportstudio (ZDF) übertragen!
Welche Wettbewerbe bzw. welche Teile davon im Fernsehen gezeigt werden, entscheiden die jeweiligen Redaktionen auch in Abhängigkeit anderer Olympia-Ereignisse. Wer nichts verpassen möchte, sollte die Mediatheken bzw. Internet-Angebote der Sender nutzen.
Außerdem übertragen Discovery+ und Eurosport die Wettbewerbe im Streaming.
Zum Eiskunstlauf bei Olympia und in Salsango
Weitere aktuelle Beiträge finden Sie unter dem Stichwort Eiskunstlauf-Nachrichten im Salsango-Magazin oder speziell für Olympia.
Mehr Wissenswertes zu diesem Sport, Erklärungen (z.B. den Axel erkennen), Hintergründe zu den Regeln oder Portraits bekannter Eiskunstläufer finden Sie in unserem neuen Eiskunstlauf-Magazin.
Eine Übersicht über die wichtigsten Eiskunstlauf-Termine in der Saison 2025-2026 finden Sie auf unserer Seite Eiskunstlauf Wettbewerbe und Meisterschaften.