Isabel Varell – Geschichten-Lieder auf der CD “Da geht noch was”

Autor(in): | aktualisiert am: 2.11.2013
Isabel Varell - CD "Da geht noch was"

Isabel Varell – CD “Da geht noch was”

Ich glaube, Isabel Varell ist ne tolle Freundin! Oder sie zur Freundin zu haben, ist toll.

Auf ihrer CD “Da geht noch was” erzählt Isabel Varell Geschichten. Sie singt von dem, was ihr begegnet, was sie erlebt, beobachtet oder was sie beschäftigt. Dabei scheint sie immer ein Lächeln im Gesicht zu haben und deshalb hört man ihr gern zu!

Sogar, wenn’s mal ernster wird oder wenn sie zweifelt, scheint Isabel Varell nach vorn zu blicken – ohne ihre verletzlichen Seiten zu verstecken.

Das ist angenehm und textlich ist dieses Album vollkommen rund!

Insofern wundert ein ein bisschen, warum Isabel Varell nicht (noch) mehr Erfolg hat mit ihren Liedern. Da tauschen in den Hitparaden fast beliebig austauschbare Songs von anderen Interpretinnen fleißig die Plätze ganz vorn untereinander und die Titel von Isabel Varell hört man dort kaum oder wenig. Oder täuscht meine Wahrnehmung nur? Ich hab eben nochmal so ein bisschen quer durchgeschaut und sie nicht gefunden.

Das ist schade! Wirklich schade!

Eine aufrechte Beziehungs-Ballade ist z.B. “Das ist echt“, in der sie davon singt, wie eine Beziehung funktionieren kann oder wie sie sich die vorstellt: Ehrlich sein und dem anderen Platz lassen, auch wenn’s mal weh tut. “Wie geht es dir” wandelt auf verwandten Pfaden – nur geht es hier vermutlich mehr um Freundschaft.

Immer wieder haben ihre Texte schöne und sehr plastische Bilder: “Lern mich kennen” – “Du wirst staunen, ich bin wie eine Stadtrundfahrt; Vorurteile sind böse Geister auf der Jagd“.

Gar poetisch wird sie in der (vermutlich autobiografischen) Ballade “Er und ich” – in der sie von der zerbrochenen Beziehung einer jungen Frau zu einem älteren Mann singt: “Ich war der März, der Sonne braucht, ich war das schöne leichte Lied. Er war der Herbst, voll Farbenpracht und meine große Sinfonie. Er schien die Antwort auf die Fragen, die sich durch meine Jugend ziehn.

Einzige Kritik: Im Sound könnten einige Lieder moderner sein. Da hätte ich auf manche Attitüde vergangener Zeiten verzichtet und mich für einen direkteren, moderneren Weg entschieden. Das und wie das auch im Schlager-Genre geht, hat Howard Carpendale mit seiner neuen CD gerade erst eindrucksvoll gezeigt.

Mir hat z.B. “Wirf ein Puzzle in die Luft” als “Akustik-Version” nur mit Gitarre (in einer Talk-Show) viel besser gefallen, als die voll instrumentierte Version auf CD.

Mitten im Winter” ist ein schönes Weihnachtslied, dass jedem Haushalt zu hause sein könnte und sollte. Ich kann mir gut vorstellen, wie die ganze Familie im kuscheligen Kerzenschein auf dem Fußboden hockt und singt.

Am besten gefallen mir die Lieder, die “ganze” Geschichten erzählen, wie z.B. “Pater Benjamin” oder “Im türkischen Markt” oder “Wir wärn so gern im Kaufhaus eingesperrt“, eine herrlich selbstironische Persiflage, die Isabel Varell gemeinsam mit Birgit Schrowange singt. Man sieht förmlich vor sich, wie die beiden Freundinnen gackernd am Küchentisch sitzend diesen Song zusammenstricken (was ich nicht weiß und nicht behaupten will).

Vielleicht ist das mit den Geschichten aber die Krux, die ich oben erwähnt habe. Man muss zuhören, damit sich einem die Lieder erschließen. Hört man “Da geht noch was” nur so nebenbei, hört sich das Album auch weg, aber man weiß hinterher nicht so recht, was man da eigentlich gehört hat.

Umso mehr lohnt sich das genaue Hinhören!

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PS: Das Album ist schon vor 8 Wochen erschienen. Leider ist aber die von der Plattenfirma avisierte CD bis heute nicht bei uns eingetroffen. Wenn wir das vorher gewusst hätten, hätten wir uns das Album gleich auf anderem Wege besorgt. Deshalb jedoch ist erst jetzt Gelegenheit, die CD zu besprechen. Meist sind wir aktueller…

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