Maria Levin – Schlager – CD „Schwarz auf Weiß“

von: | aktualisiert am: 25.08.2014
Maria Levin - Schlager-Debüt mit CD "Schwarz auf Weiss" - Foto: (c) Sony Music  - Tim Dobrovolny

Maria Levin – Schlager-Debüt mit CD „Schwarz auf Weiss“ – Foto: (c) Sony Music – Tim Dobrovolny

Mit der CD „Schwarz auf Weiß“ legt die Sängerin Maria Levin eine rundum recht gelungene Schlager-CD vor. Deutscher Schlager, der viel Spaß macht!

Allerdings mit einem nicht ganz unerheblichen Einschlag (überwiegend) russischer Folklore, der auch ruhig hätte etwas geringer ausfallen können. Das Potential zu mehr musikalischer Breite ist bei Maria Levin nämlich deutlich hörbar und auch (u.a. versteckt) auf der CD verewigt.

„Schwarz auf Weiß“ ist insgesamt so gut, dass wir es sogar bedauern, Maria Levin hier den kritischen Schlenker nicht ersparen zu können.

Hat man die Titel der CD ein paar Mal gehört, meint man nämlich, sie schon ewig in der Playlist seines mp3-Players zu haben. Für eine Schlager-CD eigentlich immer ein gutes Zeichen!

Am angenehmsten fällt gleich beim ersten Hören auf, dass auf das übliche Discofox-Einerlei vollständig verzichtet wurde – wie auf typische elektronische Effekte. Dafür gibt es Akkordeon, Akustik-Gitarre, Geige, Balalaika, Duduk (ein Holzblasinstrument vieler Völker Ost-Europas oder Vorderasiens), Blechbläser und sicher noch manches mehr.

Überhaupt sind die Titel voller Ideen und Verzierungen, die wir laienhaft dem russischen Liedgut zurechnen würden, wahrscheinlich aber, wie der Duduk, in ganz Osteuropa bis in die vorderasiatischen Länder typisch sind. Das zieht sich durch die ganze CD, manchmal auch sehr filigran, denn davon entdeckt man jedem Hören mehr.

Maria Levin - Foto: (c) Sony Music  - Tim Dobrovolny

Maria Levin – Foto: (c) Sony Music – Tim Dobrovolny

Die Stimme von Maria Levin gibt den Melodien ein schönes „Gesicht“. Besonders liebreizend sind die phonetischen „Ausrutscher“, die bestimmt keine sind.

Manchmal artikuliert oder phrasiert nämlich Maria Levin einzelne Wörter oder kurze Sätze auf ihre ganz eigene Weise. Ein Sprecherzieher oder Gesangslehrer wäre wohl weniger glücklich damit. Hier macht es die Titel etwas „unperfekt“, lebendiger oder persönlicher – und so ein Stück sympathischer.

Ich bin sicher, dass diese Eigenheiten Absicht sind! Die Produzenten und die Interpretin hätten sie sonst korrigiert.

Einzelne Stücke auf der CD hervorzuheben, fällt schon schwer. Tolle Titel sind z.B. „Zurück zu Dir„, „Wenn du mich liebst„, „Die kleine Spielfigur„, „Hellster Stern„, „Bonny und Clyde„, „Alles was zählt“ oder „Samt auf meiner Haut„.

Ganz besonders schön auch der versteckte russische Song „A Напоследок, я скажу…“ am Ende der CD (nach „Zurück zu dir“ einfach laufen lassen… – ob das Lied wirklich so heißt, weiß ich nicht, aber sie singt es)!

Bei der Vielzahl der folkloristischen Elemente hätte ich auf einige sehr russisch geprägte Refrains gut verzichten können. Obwohl die Verse völlig unterschiedlich und teilweise sehr schön sind, ähneln sich doch im Duktus des Refrains „Träume werden Wirklichkeit„, „Russische Nächte„, „Moskaus helle Nächte“ oder „Mein Lied„. Jeder Titel für sich ist aber völlig in Ordnung und insgesamt stört die Häufung auch nicht, eben weil die Strophen so verschieden sind.

Nicht ganz verständlich sind mir einige Vergleiche, die ich anderswo gelesen habe. Helene Fischer? Warum? Weil Maria Levin russische Weisen nutzt? Die hören sich nun mal oft ähnlich an (wie andere auch).

Ja, man hört man hier und da Ähnlichkeiten. Dann müsste man aber auch z.B. Silbermond (Wenn du mich liebst) oder Ella Endlich (mehrere Titel)  im Munde führen – was widerrum angesichts der Komponisten Ivo Moring und Marc Hiller nicht wundert. Beides ausgewiesene Experten, die schon für und mit vielen bekannten Interpreten gearbeitet haben.

So ganz wird man Ähnlichkeiten nur selten vermeiden können. Udo Jürgens hört sich auch immer an wie Udo Jürgens. Das bleibt hoffentlich so! (Bei „Bonnie und Clyde“ könnte man auch Parallelen zu „Griechischer Wein“ ziehen).

Die CD „Schwarz auf Weiß“ von Maria Levin gehört für mich zu den besten  Schlager-CD’s des Jahres bisher! Wie ich oben schon schrieb: Rundum gelungen. Klarer Kauf-Tipp!

Maria Levin kann man nur die Daumen drücken – für diese CD wie überhaupt. Viel Glück!

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