Paddy Kelly Konzert: Persönlicher Bericht von der Tour 2015

von: | aktualisiert am: 29.05.2020

Konzert-Kritik und aktuelle Fotos von Michael Patrick Kelly 2015

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 12 Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 12 Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Derzeit gibt Michael Patrick Kelly Konzerte auf seiner Human Tour 2015, die dramaturgisch, musikalisch und menschlich beeindruckend sind! Paddy Kelly ist ein Vollblut-Musiker und absoluter Bühnen-Profi. Zum Beweis hätte es zwar dieses Konzertes nicht bedurft, aber er hat ihn eindrucksvoll abgelegt. Zudem möchte ich mich dazu hinreißen lassen, zu sagen: Michael Patrick Kelly liefert eines der dramaturgisch best durchdachten Konzerte, dass ich bisher erlebt habe.

Ich hatte mich gefreut auf dieses Konzert! Es mag 15 Jahre her sein, dass ich Paddy Kelly zuletzt live auf einer Bühne gesehen habe. Mein erstes Konzert der Kelly Family habe ich noch in einer Fußgängerzone erlebt, es war um die Weihnachtszeit. Daran kann ich mich deshalb erinnern, weil die Szenerie etwas verblüffend Real-Skurriles hatte mit den vielen Kelly-Geschwistern, einem Baby und dem Vater, der damals schon einen Bart hatte, was alles zur Weihnachtszeit passte, als wäre es nur dafür inszeniert. Später konnte man den Liedern der Kelly Family ja kaum aus dem Weg gehen, so omnipräsent waren sie und irgendeine Weihnachts-CD von ihnen hat bis heute einen festen Platz im 11 Monate des Jahres einstaubenden Regalfach.

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 07 - Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 07 – Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Nun hat vor ein paar Tagen Paddy Kelly sein neues Album „Human“ veröffentlicht. Ich war eher skeptisch, als ich gebeten wurde, eine Rezension dazu zu schreiben – nicht wegen Paddy, nicht wegen der Kellys, sondern wegen des Hintergrundes vom Klosteraufenthalt usw. – weil ich damit nicht viel anfangen kann und Vergleichbares eine schon fast solche Hochkonjunktur hat, dass es schwer fällt, dem dann tatsächlich noch Bedeutung beimessen zu können. Als das Album kam, habe ich es auch noch ein paar Tage von Links nach Rechts und wieder zurück auf dem Schreibtisch geschoben, ohne die Hülle anzubrechen. Doch der Tag der Veröffentlichung nahte und bald konnte ich das Anhören nicht mehr verschieben.

Also irgendwann CD auf den mp3-Player kopiert, Kopfhörer angesteckt – und … bemerkenswert gute Titel, eine imponierend gute Produktion! Ich fühlte mich sofort „zu hause“, habe ich im oben verlinkten Artikel geschrieben. So freute ich mich auch auf das avisierte Konzert – gestern in der Berliner UdK. Zur Einstimmung hatte ich mir auf dem Weg nach Berlin-Charlottenburg auch noch einmal das Album auf den Kopfhörer gelegt.

Dort angekommen wurde ich gleich daran erinnert, was diese Kelly Family noch vor ein paar Jahren auch ausmachte: Die Fans! Im Entree der UdK roch es wie in einer Filiale einer berühmten Parfümerie-Kette. Frauen von 20 – 40 soweit das Auge schaut. Männer? Ein paar versprengte, offensichtlich „Mitgebrachte“ im Schlepptau ihrer Gattinnen oder Freundinnen. Im Saal waren es dann ein oder zwei pro Reihe. Wer als Single-Mann Anschluss sucht und sich damit arrangieren kann, dass seine Zukünftige ein Paddy-Kelly-Fan ist, sollte sich dringend noch ein Ticket für eines dieser Konzerte besorgen und dann etwas Mut haben, ein paar der vielen hübschen Damen anzusprechen.

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 05 - Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 05 – Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Vor dem Konzert wurde ich von den Hausherren angewiesen, dass ich nur am Anfang Fotos machen dürfe und dann müsste ich unbedingt meine Kamera draußen, außerhalb des Saals, abgeben. Auch alle Besucher wurden zu Beginn eindringlich ermahnt, dass Fotos verboten und Smartphones auszumachen seien, „Jetzt!“. Nachdem ich brav meine Kamera als Corpus delicti draußen deponiert und meinen Platz in der begeisterten Menge gefunden hatte, waren um mich herum allerdings mehr kleine Fotoapparate und Smartphones auf Video- oder Foto-Funktion gestellt zu sehen, als Bilder je auf meiner Speicherkarte Platz gefunden hätten. Ich glaube, einige Damen haben kaum etwas von der Musik mitbekommen, so viel wurde gefilmt und geknippst.

Mit dem ersten Schritt von Paddy Kelly auf die Bühne war dann auch – zunächst – meine Freude über den tollen Sitzplatz in der Mitte dahin. Wie ferngesteuert erhoben sich die über 1000 Gäste von ihren Sitzen und feierten fortan eine einzige Fiesta. So fand ich schnell meinen Frieden und wurde Teil der Gemeinschaft, die in den kommenden 3 Stunden alles erleben durfte, was man von einem Popkonzert erwartet!

Michael Patrick Kelly weiß, was er seinen Fans schuldig ist und mischt meisterlich neue und alte Songs – die oft anders arrangiert sind, als in der Art, in der sie Hits wurden. Leidenschaftlich und innig zelebriert er Lied um Lied, ob nun laut oder leise. Das ganze Konzert folgt einer klugen Dramaturgie. Paddy Kelly baut Stimmung auf und steigert sie teils bis zur Ekstase – um anschließend wieder loszulassen und jedem im Saal mit gefühlvollen Balladen fast Zeit für sich selbst zu lassen.

Das tut er sogar in einer extremen Form, als er das Publikum bittet, mit ihm eine Minute zu Schweigen und an jene zu denken, denen es irgendwo auf der Welt nicht so gut geht, an Angehörige oder Freunde, die einem wichtig sind oder auch an sich selbst „wenn irgendwo in Eurem Herzen noch Unfrieden herrscht“. In etwa so hat er es formuliert. Diesen Moment leitet Kelly mit Worten und auch musikalisch perfekt ein und nimmt offenbar jeden im Saal mit, denn eine Minute lang hört man nichts, außer ein leises Brummen der Netzteile der Bühnentechnik. Selbst ich, sonst weit weg von solcherlei, „erwische“ mich dabei, wie ich unbekannten Menschen in der Fremde und meinen Eltern gute Wünsche schicke und auch ein paar Rissen in meinem Herzen Gedanken widme.

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 06 - Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 06 – Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Dabei ist Paddy Kelly in jedem Moment des Konzertes einer wie jeder im Publikum. Er greift uneitel bei einem Song zum Zettel, als er fürchtet, den Text nicht so parat zu haben, wie es das Publikum von ihm erwartet. Er läuft ganz allein mit einer Gitarre singend durch den Saal oder er tritt in den Hintergrund, wenn er seinen Musikern Raum gibt.

Die Band selbst ist übrigens ein musikalischer Leckerbissen. Ich muss mir die Namen der Musiker noch besorgen, denn ich will sie hier unbedingt nennen. Neben Kelly, der alle möglichen Instrumente selbst spielt, gibt es noch 2 Gitarren, Keyboards, Bass und Schlagzeug und jeder der 5 Herren ist ein Meister seines Fachs und ein hervorragender Band-Musiker, der sich einerseits unterordnen kann und andererseits mit oft nur kurzen Glanzlichtern das Konzert bereichert. In dem Zusammenhang will ich auch die Leute an den Mischpulten loben, die eine ausgezeichnete Arbeit erledigt haben und selbst bei manchmal widrigen Bedingungen die Szenerie im Griff hatten.

Auch der Schluss des Konzertes ist überraschend anders. An einem Punkt, an dem Kelly, seine Musiker und das Publikum den höchsten Grad der Einigkeit und Begeisterung erreicht zu haben scheinen, beendet er nicht das Konzert, wie man es erwarten konnte und wie es sicher viele seiner prominenten Kollegen es getan hätten. Nicht Paddy Kelly! Er schiebt noch eine sinnliche Ballade hinterher und gibt so jedem im Saal die Gelegenheit, sich wieder zu finden. Anschließend verlässt Musiker um Musiker mit jeweils einer kleinen, beinahe sanft zu nennenden Erinnerung an seinen Part die Bühne. Die Leute im Publikum – fast ausnahmlos frenetische Paddy Kelly – Fans, sind von dieser Dramaturgie so ergriffen, dass sie sogar vergessen, lautstark noch Zugabe zu fordern. Die gibt es dann aber doch, denn gehen will so schnell auch keiner.


Hier ein Ticket-Link zu eventim. Dort könnt Ihr nachschauen, wo in diesem Jahr noch Konzerte sind. Die Tickets kosten jeweils ab ca. 30 €.

Die Fotos hier im Artikel sind alle vom Konzert von Michael Patrick Kelly am 25. Mai 2015 in der UdK Berlin. Die Blau-Färbung und die Effekte, die dadurch entstehen, sind ist nicht etwa das Ergebnis einer Bearbeitung der Fotos am Computer, sondern ein reales Abbild der Bühnen-Szenerie zu Beginn des Konzertes.

Mehr aktuelle Musik-Infos finden Sie immer in unseren thematisch eigenen Magazinen, wie dem Popmusik-Magazin oder Ihr schaut allgemein unter Unterhaltung.

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 01- Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 01- Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 03- Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 03- Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 - 10 - Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

Michael Patrick Kelly (Paddy Kelly) Konzert Human Tour 2015 – 10 – Foto: (c) Salsango / Karsten Heimberger

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2 Kommentare zu “Paddy Kelly Konzert: Persönlicher Bericht von der Tour 2015”



  • Jule sagt:

    wow hast du echt gut geschrieben
    ich war ja auch in der udk dabei
    und bin immer noch ziemlich ergriffen
    kann nict wirklich beschreiben wie ich mich nach paddy konzerten fühle
    einerseits bin ivh mit mir im reinen fühle mich gut
    andererseits aber auch traurig
    kann besser loslassen und losheulen

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