Strictly Come Dancing am 5.10.2019: Movie Week – Tolle Tanz-Show

Autor(in): | aktualisiert am: 7.10.2019

Anneka Rice – Kevin Clifton ausgeschieden bei SCD am 5. Oktober 2019

Strictly Come Dancing am 5.10.2019 Movie Week - Tolle Tanz-Show

Strictly Come Dancing am 5.10.2019 Movie Week – Tolle Tanz-Show – Foto: Fidel Fernando auf Unsplash

Movie Week nun auch bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019 – und es war eine tolle Show mit vielen guten Tänzen! Damit sind diesmal auch ausdrücklich die von der Jury weniger gut bewerteten Tänze gemeint.

Denn, dass z.B. Oti Mabuse einen guten Charleston auf’s Parkett bringen wird, daran musste man vorher nicht zweifeln. Zweimal gab’s dafür sogar mit der 10 die Höchstpunktzahl. Das könnte man diskutieren, muss man aber nicht unbedingt. Trotzdem etwas weiter unten noch ein paar Worte dazu.

Doch nicht nur Kelvin Fletcher – Oti Mabuse kamen in den Genuss hoher Jury-Wertungen bei Strictly Come Dancing am 5. Oktober 2019. Die ersten 4 Tanzpaare erhielten jeweils über 30 Punkte.

Diesmal will ich jedoch gar nicht die Punktevergabe im einzelnen diskutieren. Nur so viel eben, dass mir etliche Tänze weiter unten im Wertungstableau auch gut gefallen haben, selbst wenn die Technik und Routine vielleicht noch nicht so gut waren, wie bei anderen Tanzpaaren.

Wiederholt aufgefallen ist mir diesmal bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019, dass das britische Publikum sehr begeisterungsfähig ist. Da wird quasi jede Pose und jede gelungene Schrittkombination bejubelt – ob sie das nun bei näherer Betrachtung wert gewesen wäre oder nicht. Ich find’s ein bisschen nervig, weil es (mich) manchmal ablenkt vom Vortrag. Schön, dass die Briten ihre Tanzpaare so feiern! Nur ist mir das eben zu undifferenziert.

Hier zur praktischen Einstimmung der Tanz der Profis zur Movie Week bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019:

Meinung zu Tänzen und Punkte-Vergabe bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019

Man soll den Abend nicht verdammen, bevor man alle Tänze gesehen hat! Als ich heute Nacht die Wertungstabelle in der BBC öffnete, hatte ich gleich erst einmal die Nase voll beim Anblick der sehr guten Jury-Bewertungen besonders ganz vorn. Bekanntlich bin ich kein Freund davon, zu früh und zu oft mit hohen Punktzahlen “um sich zu werfen”. Aber das haben wir schon häufiger diskutiert und ändern kann ich daran auch nichts…

Ich will Ihnen jedoch gerade deshalb empfehlen, sich alle Tänze anzusehen. Es lohnt sich heute, auch die schlechter bewerteten Tänze anzuschauen! Eigentlich fallen nach meiner Ansicht so richtig ab in der Qualität nur das letzte Tanzpaar Anneka Rice – Kevin Clifton, die von 19 auf 11 Punkte hinab rauschten mit ihrem Charleston, und der Cha Cha Cha von Mike Bushell – Katya Jones.

Alle anderen Tänze finde ich sehenswert! Interessant dabei, wie sehr die unterschiedlichen Ansätze der Profitänzer bei ihren Choreografien deutlich werden. Da stehen recht pure, tanzreiche Choreografien solchen gegenüber, die auf ausufernde Intros und manchmal (selten) unsinnigste Show-Figuren setzen.

Ein Beispiel mit fast einer Minute Intro sind gleich Kelvin Fletcher – Oti Mabuse an der Spitze, die ansonsten die Charleston-Slapstick-Style-Vorlage (Achtung, Wortspiel) nach der Musik “Trip A Little Light Fantastic” aus Mary Poppins wunderbar genutzt haben.

Da waren Anneka Rice – Kevin Clifton, auch mit einem Charleston, weniger begünstigt mit dem Titel “Woo Hoo” aus Kill Bill. Aber daran lag’s nicht, dass es der letzte Platz nach den Jury-Wertungen wurde. Der Song war einfach zu schnell für die offenbar im Tanzen ungeübte Anneka Rice, während Kelvin Fletcher (s.o.) ein Glanzstück ablieferte!

Am meisten verbessern konnten sich Catherine Tyldesley – Johannes Radebe mit ihrer Rumba, für die es 32 Punkte gab (letzte Woche noch 19). Doch zugleich ist dieser Tanz für mich das Parade-Beispiel bei SCD heute, wie man mit Show-Einlagen einen Tanz “tot” machen kann. Wozu Catherine Tyldesley auf einen Stuhl steigen muss, haben ich nicht verstanden, auch nicht wozu die Gitarre gebraucht wurde und sie dann gleich zweimal hintereinander ausufernd übers Parkett und durch den halben Ballroom zu zerren fand ich auch nicht gewinnbringend. Der Tanz hätte mir ohne diesen ganzen Schnick Schnack viel besser gefallen und Catherine Tyldesley hätte den auch ohne gut getanzt.

Der glatte Gegenentwurf folgt dann gleich, der Slowfox von Emma Weymouth – Aljaž Škorjanec, Schön auch Saffron Barker – AJ Pritchard, ein Paso Doble, der unaufgeregt auch ohne “mordende Vamps” und üppig Testosteron sprühende Männerrolle auskommt.

Genauso gut hat mir ein sehr reduzierter Anton Du Beke in seiner Salsa mit Emma Barton gefallen, wenngleich der Song eines der Beispiele ist, wie austauschbar und manchmal beliebig die Musikauswahl geworden ist. Es gibt doch nun wirklich genug Salsa-Musik, auch bekannte und auch in Filmen – es muss nicht immer ein Mambo aus Dirty Dancing sein…

Völlig “verrückt” wird das bei Dev Griffin – Dianne Buswell, die einfach tanzten – aber was? Es soll ein Mix Street Dance / Commercial sein. Das kann man ja vielleicht sogar als gelungen unterschreiben, aber braucht es noch eine ungenau definierte Form des Tanzens neben dem American Smooth, dem Contemporary (wird der hier bei Strictly Come Dancing überhaupt getanzt?) und den “emotionalen Momenten” (weiß nicht, wie die hier in der BBC genannt werden)? Wenn ich mich recht erinnere, ist das in den USA bei Dancing With The Stars ein “musical-dominierter” Tanz. Aber, ganz wichtig: Dev Griffin – Dianne Buswell haben das trotzdem gut getanzt!

Apropo, auch einen American Smooth kann man ohne viel Chichi und übermäßig ausladene Show-Figuren – sonst ein Merkmal des American Smooth – tanzen, wie Chris Ramsey – Karen Hauer bewiesen haben.

Richtig gut gefallen hat mir auch die Samba von Karim Zeroaul – Amy Dowden! Da ist es mir sogar trotz des “süßen Kätzchens” gelungen, mich ganz auf das Tanzen von Karim zu konzentrieren! Das war, glaube ich, auch das kürzeste Intro von allen – und natürlich nicht perfekt getanzt, aber beachtenswert gut!

Wer ausscheiden muss, wird in einer zusätzlichen Show entschieden. Update: Es hat mit Anneka Rice – Kevin Clifton sicher das Paar getroffen, das in der Show die am wenigsten begeisternde Show gezeigt hat. Mitzittern mussten David James – Nadiya Bychkova, die aber weiter tanzen dürfen.

Wertungen für die Tanzpaare bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019

Hier nun die Reihenfolge der Tanzpaare bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019ihre jeweiligen Tänze und die Gesamt-Punktzahlen (die Wertungen jedes einzelnen Jury-Mitglieds werden immer am Ende der Videos unten eingeblendet, falls von Interesse):

  1. Kelvin Fletcher – Oti Mabuse, Charleston – 38 Punkte
  2. Dev Griffin – Dianne Buswell, Street Dance / Commercial – 36 Punkte
  3. Michelle Visage – Giovanni Pernice, Quickstep – 35 Punkte
  4. Catherine Tyldesley – Johannes Radebe, Rumba – 32 Punkte
  5. Emma Weymouth – Aljaž Škorjanec, Slowfox – 28 Punkte
    Saffron Barker – AJ Pritchard, Paso Doble – 28 Punkte
  6. Emma Barton – Anton Du Beke, Salsa – 27 Punkte
  7. Karim Zeroaul – Amy Dowden, Samba – 26 Punkte
  8. Alex Scott – Neil Jones, Rumba – 23 Punkte
    Will Bayley – Janette Manrara, Paso Doble – 23 Punkte
  9. Chris Ramsey – Karen Hauer, American Smooth – 22 Punkte
  10. Mike Bushell – Katya Jones, Cha Cha Cha – 18 Punkte
  11. David James – Nadiya Bychkova, American Smooth – 16 Punkte
  12. Anneka Rice – Kevin Clifton, Charleston – 11 Punkte – Ausgeschieden

Videos der Tanzpaare bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019

Nun die Videos der Tanzpaare bei Strictly Come Dancing am 5.10.2019 in der Reihenfolge der Jury-Bewertungen. Was ich zu sagen hatte, ist oben schon beschrieben:

Kelvin Fletcher – Oti Mabuse, Charleston – 38 Punkte

Dev Griffin – Dianne Buswell, Street Dance / Commercial – 36 Punkte

Michelle Visage – Giovanni Pernice, Quickstep – 35 Punkte

Catherine Tyldesley – Johannes Radebe, Rumba – 32 Punkte

Emma Weymouth – Aljaž Škorjanec, Slowfox – 28 Punkte

Saffron Barker – AJ Pritchard, Paso Doble – 28 Punkte

Emma Barton – Anton Du Beke, Salsa – 27 Punkte

Karim Zeroaul – Amy Dowden, Samba – 26 Punkte

Alex Scott – Neil Jones, Rumba – 23 Punkte

Will Bayley – Janette Manrara, Paso Doble – 23 Punkte

Chris Ramsey – Karen Hauer, American Smooth – 22 Punkte

Mike Bushell – Katya Jones, Cha Cha Cha – 18 Punkte

David James – Nadiya Bychkova, American Smooth – 16 Punkte

Anneka Rice – Kevin Clifton, Charleston – 11 Punkte

Mehr Meldungen über Strictly Come Dancing finden Sie im vorn verlinkten Stichwort. Weitere Artikel dieser Art sammeln wir in unseren Kategorien TV-Shows und Tanzen im Fernsehen.

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Welche Ironie: Da specken die Amis DWTS gnadenlos ab, geben die Parole aus sich mehr aufs Tanzen zu konzentrieren (like they do on Strictly), und die Briten? Kontern mit einer Show, die fast schon das sprichwörtlich amerikanische Format hat; samt Computeranimationen, opulenten Bühnenbildern und Kostümen. Dass der reduzierte Ansatz trotzdem Sinn macht, beweist der reizvolle Vergleich von Catherine Tyldesleys Rumba mit der von James Van Der Beek, der denselben Song hatte. Wo Johannes Radebe mit Requisiten um sich wirft wie sonst nur Massimo Sinato, kommt Emma Slater bei der DWTS Movie Night völlig ohne aus- und der Effekt ist ungleich größer. Nebenbei zeigt sich wieder mal, dass die SängerInnen von Ray Chew eine Klasse besser sind als die von Dave Arch; speziell bei so hohen Hürden wie Lady Gaga. Da muss man auch nicht von austauschbarer Musik reden. Bei Movie Nights laufen nun mal Kassenschlager und keine Autorenfilme. Zugegeben ist die Zuordnung von Tanzstil und Musiktitel nicht immer optimal, aber schlimmer als Emma Bartons Salsa (siehe unten) fand ich den Mamma Mia Tango von Sailor Brinkley in USA.
Beeindruckt hat mich (wieder) Michelle Visage, deren Quickstep ich höher bewertet hätte als den Tanz von Dev und Dianne. Vielleicht der Fluch des ersten Startplatzes? Wie diese Frau in den Rollen und Tänzen aufgeht, ist erstaunlich. Giovanni Pernice hat da offenbar erneut eine Finalkandidatin am Start- wenn er sich nicht vergaloppiert. Auch Oti hat mit Kelvin Fletcher alle Chancen. (Hinweis am Rande: Motsi ließ es für deren Charleston bei 9 Punkten bewenden; die ersten Zehner kamen von Shirley und Bruno.)
Vorjahressieger Kevin Clifton dagegen braucht dieses Jahr keinen Gedanken ans Finale zu verschwenden. Bei allem Respekt für Anneka Rice: Da war, um mit Llambi zu sprechen, untenrum tote Hose. Sollte David James, zweit-schlechtester nach Punkten, gegen sie in den Dance-Off müssen, ist er so gut wie weiter. Vielleicht bleibt dem Fußballhelden das ja auch gleich erspart.
Auch ich fand das Mittelfeld insgesamt besser als es der Punkteabstand zur Spitzengruppe suggeriert. Die Salsa-Musik von Emma Barton, um nochmal darauf zurüchzukommen, war durchaus originell. Vielleicht hat ihr gerade das leicht überdrehte Austin Powers Thema geholfen, aus sich heraus zu kommen. Ihren koketten Flirt mit dem Publikum hatte ich so nicht erwartet, nachdem sie im Standard noch recht reserviert war. Der arme Anton sorgte übrigens ungewollt für den Lacher des Abends: Craig Revel Horwood wollte den Maskenbildnern ein Lob aussprechen, übersah aber, dass Antons Zähne echt waren. Craig war’s mächtig peinlich, und Motsi bekam einen ihrer gefürchteten Lachkrämpfe…
Weil Du die modernen Tänze angesprochen hast, Karsten: Dev und Dianne haben sich als Couple’s Choice für Street entschieden, und Aladin in die Bronx zu verpflanzen wäre vielleicht zu viel verlangt. Bei DWTS lautet der Gattungsbegriff schlicht Jazz und kann, muss aber nicht Broadway- bzw. Musical basiert sein. Da hat es auch schon sehr freie (aber reizvolle) Interpretationen gegeben. Die Alternative zu Street bei SCD ist Contemporary. Ich fürchte also, den werden wir noch zu sehen bekommen. Der American Smooth wiederum wird, jedenfalls bisher, im Gegensatz zu früheren Staffeln nicht als Freifahrschein für Hebefiguren missbraucht. Das darf so bleiben.

Autor2
Karsten Heimberger

Hallo DMD, Danke für Deine Meinung und Ergänzungen. Mir war auch schon angenehm aufgefallen, dass der American Smooth bisher eher zurückhaltend getanzt wurde und auch mir wäre es recht, wenn das so bleibt. In der Konsequenz könnte man dann bei den "normalen" Standardtänzen auch näher am "Original" bleiben. Dadurch könnten alle nur gewinnen...