Hannah – CD „Weiber, es isch Zeit“ saugute Tiroler Musik

von: | aktualisiert am: 23.10.2013

Musik für Erwachsene zwischen Schlager und Rock, die Heidenspaß macht!

Hannah - CD "Weiber, es isch Zeit"

Hannah – CD „Weiber, es isch Zeit“

Hach, tut das gut! „Saugut!“

Die CD „Weiber, es isch Zeit“ von Hannah aus Österreich (Tirol) ist eine für Erwachsene mit Texten einer erwachsenen Frau, die mitten im Leben steht – und mit „Schlager“ völlig unzureichend beschrieben wäre.

Den Begriff „saugut“ hab ich mir bei Manuela Stöckl von den ORF – Dancing Stars gemerkt. Hier bei der CD von Hannah finde ich ihn sehr angebracht und kann ihn endlich mal verwenden.

Wer hier „Volksmusik“ vermutet, liegt (fast) völlig falsch! Obwohl es auch ganz typische Instrumentierungen und Arrangements gibt – mal mit Zither, mal mit Harmonika (Akkordeon oder Ziach oder Ziehkastl) oder Maultrommel (soll mundartlich Fotzenhobel heißen?).

Viel mehr jedoch überwiegt musikalisch eine Rock-Attitüde (volkstümlicher oder regionaler Prägung) mal mit röhrender Gitarre, mal anrührend nur mit Klavier oder poppig mit Synthesizer-Klängen – immer mit deutschen, mundartlich gehaltenen Texten und so eindeutigem Bekenntnis zur Herkunft der Sängerin.

Das ist ein wenig ungewöhnlich und man muss sich erst daran gewöhnen – als Nicht-Tiroler oder gar Deutscher auch ein paar Mal hinhören, will man die CD nicht mit Textbuch in der Hand „studieren“. Das ist auch der Grund, warum es „a bisserl“ brauchte für diese Rezension hier.

Dann, nimmt man sich die Zeit, erschließt sich einem nämlich eine nicht nur musikalisch reiche CD, sondern vor allem eine mit tollen Texten, die immer selbstbewusst, mal „heimatverbunden“, mal frivol und mal herzerweichend sind. Da hört man keine weichgespülte Beliebigkeit, kein Schlager-Allerlei oder gar banales Heile-Welt-Getue. Andererseits ist das beileibe keine „Problem-CD“, die am Weltschmerz erstickt.

Wohltuend auch die Texte jenseits moderner „Gender“-Diskussionen. Nein, das sind Texte einer Frau, die liebt und lebt wie die meisten von uns und sich traut, zu singen, wovon andere (vielleicht) manchmal träumen oder was eine Frau mittendrin im Leben eben so erlebt und bewegt.

Ich jedenfalls hatte als Nicht-Österreicher einen Heidenspaß damit, diese CD zu entdecken und zu verstehen. Landsleuten von Hannah fällt das wohl leichter…

Außerdem kann Hannah richtig gut singen!

Hannah wagt den Spagat, der sich aus diesem musikalischen und textlichem Konglomerat ergibt. Und der gelingt gut. Dazu kann man nur gratulieren und jedem diese CD von Hannah empfehlen!

Eigentlich müsste ich auf jeden Titel einzeln und ausführlich eingehen – was wohl den Rahmen dieses Artikel sprengt. Also versuche ich auch mal einen Spagat:

Sehr gut gefallen mir ich die beiden „Kinderlieder“ – die keine sind sondern sich eher an diese wenden: „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ und „A Schlafliad„. Da liebt, schreibt und singt eine Mutter. Stark!

Geradezu wohtuend die selbstbewussten „Frauen-Lieder“ wie z.B. „Weiber, es isch Zeit“ oder „Zoags mir„, in denen Hannah ihre Ansprüche an’s Leben und die Liebe formuliert. Oder auch jene, in denen sie zweifelt, wie z.B. „I halt’s net aus„, das musikalisch eine gelungene Reminiszenz an die Popmusik der 80er-Jahre ist.

Schöne Balladen sind auch „Jetzt oder nie“ – eine tolle Kombination von einem Fast-Accapella-Song mit Zither – oder das poppige „Schön, dass es Dich gibt“  und unbedingt „Liab mi„, eine völlig ebenbürtige Interpretation von „Love me tender“.

Herrlich frivol sind z.B. das eher rockige „Barfuss“ („Sag willst du mi heut barfuaß sehgn, dann müss ma aufi an Heuboden gehn…“) oder das eher volkstümliche „Die Diandl-Jäger“ („Das Diandl da is pfiffig und der Jaga der is schlau, zusammen nehmen sie’s net so genau…“) oder „Wenn man’s nimmt, wie’s halt kimmt“ – das sich Euch inhaltlich schon jetzt erschließen könnte.

Nur ein einziges Mal zuckt „Andreas Gabalier“ durch, nämlich beim apres-ski- und hüttentauglichen „Soll i dein Engerl sein“, ein Flamenco-Irish-Western-Dance-Mix samt heimatlicher Jodler und Jauchzer.

Weil I bin a Diandl“ ist eine rechte Mischung aus einigen der o.g. „Kategorien“, das auch bestens in die Hütte zum Feiern passt.

Kurz und gut: Habt Spaß beim Hören und Entdecken!

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Und hier als Hörprobe: Hannah von ihrer ernsteren Seite…

Ausgewählte Themen im Salsango-Magazin:





Ein Kommentar zu “Hannah – CD „Weiber, es isch Zeit“ saugute Tiroler Musik”



  • Rosi Viken sagt:

    Hallo Du bist Super habe 35 Jahre in Norwegen gelebt aber Deine Musik Du bist besser als Helene Fischer mach weiter so übrigens meine Tochter heist Manuela Hofer ist auch Sängerin in Norwegen mein Mann wahr Tiroler von Scheffau ist aber schon viele Jahre verstorben viel Glück weiter gr Rosi

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