Reinhard Mey – Neue CD „Dann mach’s gut“

von: | aktualisiert am: 23.10.2013

Von Einem, der sich Zeit genommen hat und Dir welche schenkt

Reinhard Mey - Neue CD "Dann mach's gut"

Reinhard Mey – Neue CD „Dann mach’s gut“

Na gut, so ganz neu ist sie nicht mehr, die neue CD „Dann mach’s gut“ von Reinhard Mey.

Aber deshalb hat Reinhard Mey nicht weniger anerkennende Worte verdient, die wir bisher versäumt hatten. Die CD „Dann mach’s gut“ hat mir nämlich ausgesprochen gut gefallen!

Hier hat sich jemand Zeit genommen. Und schenkt uns Zeit, Zeit zu verweilen – bei seinen Liedern, seinen Gedanken, bei uns selbst. Vielleicht finden wir sogar ein Stück zu uns selbst, indem wir Reinhard Mey folgen in seine Welt. Wie angenehm in diesen hektischen Tagen, Wochen, Monaten, Jahren…

Die insgesamt 17 Lieder auf diesem Album erinnern mich an die Zeit, in der ich Reinhard Mey kennen lernte – musikalisch versteht sich.

Meist spartanische, wenngleich nie arme Gitarren. Texte, die Dich einladen, ihnen zu folgen und genug Platz für eigene Bilder lassen und manchmal nachwirken.

Gleich der erste Song „Wenn Du bei mir bist“ zum Beispiel. Was für eine Liebeserklärung, die auch beschreibt, dass die Liebe nie aufhört (so auch eine Liedzeile). Schließlich hat Reinhard Mey, im vergangenen Jahr 70 alt geworden, Frühling und Hochsommer des Lebens schon gelebt. Das kann man hoffentlich so ausdrücken, ohne despektierlich zu sein oder gar einen Abgesang anzustimmen. Im Gegenteil. Solche Lieder mag man noch mehr von ihm hören.

Auch sonst erzählt der Sänger ein paar Geschichten, für die man schon viele Blätter hat fallen sehen müssen. Da sind Geschichten, die von „Vater und Sohn“ erzählen. Nicht nur dieses Lied selbst, sondern auch „Dann mach’s gut“ oder „Vaters Mantel„, in dem er weit zurück schaut.

Im „Spielmann“ erzählt er seine eigene Geschichte, eine, die mir besonders gut gefällt, weil ich oft wünsche, Künstler heute wären mehr Gaukler im Selbstverständnis. Vielleicht sind es die Künstler, aber nicht wenigen Akteuren im Show-Geschäft ist dieser Begriff  leider fremd. Zu oft geht es mehr um die Selbstdarstellung, als darum, für andere da zu sein.

In „Wolle“ wird dieses Thema von einer anderen Seite aufgegriffen. Nicht schwer zu erraten, wer „der Mann im Holzfäller-Hemd“ namens Wolle ist. Auch einer, der sich nie recht arrangieren konnte mit den Begleiterscheinungen des Erfolgs – vom mühevollen Anfang bis zum glanzvollen (vorläufigen) Ende.

Lass nun ruhig los das Ruder“ widmet sich auf recht poetische und zugleich mutmachende Weise dem Thema, das wir selbst gern ignorieren und umschiffen, uns aber unweigerlich irgendwann einholt.

Daran schließt sich eine Interpretation des Hannes Wader – LiedesEs ist an der Zeit„. Wie aktuell der Song heute angesichts bestimmter politischer Entwicklungen in der Welt wieder ist, 33 Jahre nach seinem Ursprung. Das Lied war eine Hymne in den rüstungsfiebernen 80er-Jahren und ist den gefallenen Soldaten des 1. Weltkrieges gewidmet.

Nehmt Euch die Zeit für „Dann mach’s gut„. Es lohnt sich!

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