Deutschland tanzt 12.11.2016: Pocher überTrumpft alle

Autor(in): | aktualisiert am: 5.12.2016

Janin Ullmann mit der schönsten Choreografie bei "Deutschland tanzt"

Deutschland tanzt - TV-Tanz-Show

Deutschland tanzt – TV-Tanz-Show – Foto: (c) Frank Zauritz

Wer hätte das gedacht? Bei Deutschland tanzt am 12.11.2016 siegt Oliver Pocher mit einer Trump-Parodie, ist witzig, originell und tanzt gut! So ertanzt sich Oliver Pocher einen grandiosen und überlegenen Sieg in der Tanz-Show “Deutschland tanzt” auf ProSieben, der aber für den Ausgang der Show noch nicht mehr als ein Fingerzeig ist. Denn, gestern, am 12. November 2016, ging es bei “Deutschland tanzt” zunächst nur darum, es unter die ersten 12 Bundesländer bzw. Prominente zu schaffen, die im Halbfinale nächste Woche Samstag (19.11.2016) erneut tanzen dürfen. Und weil Oliver Pocher gestern das Überraschungsmoment auf seiner Seite hatte, wird er die Nagelprobe erst noch bestehen müssen. Aber, der Auftritt gestern gereicht ihm schon sehr zur Ehre. Respekt! Für mich wäre Pocher auch als er selbst weiter gekommen, wenn ihm die aktuellen Ereignisse in den USA nicht in die Karten gespielt hätten, denn er hat auch erstaunlich gut getanzt. Aber so, wie es war, hatte es schon etwas Geniales…

Die gehörlose Kassandra Wedel aus Bayern kann für die kommenden 2 Shows von “Deutschland tanzt” hoffnungsvoll sein. Diesmal war es Platz 2, allerdings auch mit einem Überraschungseffekt, denn dass eine Gehörlose so gut tanzen kann, hat viele ProSieben-Zuchauer wohl auch überrascht. Sie haben die Leistung von Kassandra Wedel völlig zu Recht mit die zweitmeisten Punkten honoriert. Die Chancen, dass die Faszination anhält, ist bei Kassandra Wedel vielleicht ein  bisschen höher, als bei Pocher? Wir werden es erleben…

Die gute Leistung von Magdalena Brzeska und Noemi Peschel ist da bei Deutschland tanzt am 12.11.2016 fast untergegangen. Nur fast, denn Platz 3 ist nach den beiden vorgenannten Leistungen sehr gut. Allerdings war der Tanz des Mutter-Tochter-Duos doch sehr an ihrer Sportart, der Rhythmischen Sportgymnastik, angelehnt. Das war zu erwarten und natürlich auch, dass die beiden das gut können. Etwas provokativ formuliert, hätte das auch eine Kür in Rhythmischer Sportgymnastik sein können… Vermutlich nicht wirklich, werden Kenner der Sportart einwenden, aber gemeint ist die Art des Vortrags. Für Magdalena Brzeska und Noemi Peschel kann man nur hoffen, dass sie sich nächste Woche an etwas anderes heran trauen und so ihrerseits einen Überraschungsmoment für sich reklamieren, ihre herausragende Körperbeherrschung in einer anderen Art des Tanzens zum Glänzen bringen.

Die weiteren Final-Plätze waren bei Deutschland tanzt am 12.11.2016 belegt von Avelina Boateng für Berlin auf Platz 4, von Janin Ullmann für Thüringen auf Platz 5 und von Fernanda Brandao für Hamburg auf Platz 6.

Mir hat der Tanz von Janin Ullmann von den 3 Kandidatinnen am besten besten gefallen. Wenn ich mich hätte aus tänzerischer Sicht für einen Tanz unter allen dieser Show entscheiden müssen, wäre Janin Ullmann bei mir vermutlich auf Platz 1 gelandet. Pocher war gestern als Show nicht zu toppen. Jedoch hat Janin Ullmann eine wunderschöne Choreografie gezeigt und die auch beachtlich gut vertanzt. Anerkennung deshalb und ausdrücklich auch an die Choreografin. Hoffentlich haben die beiden noch mehr davon!

Avelina Boateng hat genau so getanzt, wie ich das erwartet hatte. Das Thema ihrer Choreografie finde ich persönlich nicht mehr spannend, zumal die Mauer in Berlin länger weg, als Avelina alt ist. Deshalb fehlt mir da der inhaltliche Bezug und Berlin hat längst anderes zu bieten, als die Erinnerung an die Teilung Deutschlands. Aber gut, die Kritik ist eine inhaltliche…

Fernanda Brandao war im Vergleich zu den anderen, schon genannten Tanz-Acts noch mit angezogener Handbremse unterwegs. Vielleicht mit Bedacht, damit sie später im Verlauf der Show noch Reserven aktivieren kann? Es hätte Salsa sein sollen, wobei ich nicht viel Salsa entdeckt habe. Ihre Samba-Einlagen waren erwartet gut und bei den vielen Show- und Hebefiguren hätte ich auf einige verzichten können. Eine Final-Choreo-Idee für Fernanda Brandao hätte ich schon im Kopf. Aber dazu muss sie nächste Woche erst einmal wieder unter die besten 6 bei “Deutschland tanzt” kommen, was sicher schwer genug wird.

Ausgeschieden bei Deutschland tanzt am 12.11.2016 sind Bachelor Jan Kralitschka für Sachsen-Anhalt, Shermine Shahrivar für NRW, Xenia Prinzessin von Sachsen für Sachsen und Elisabeth Brück für das Saarland.

Wirklich nicht gut und auch nicht schön anzusehen waren aber nur Elisabeth Brück und Jan Kralitschka. Diese beiden Kandidaten hatte ich auch auf meiner Streichliste. Warum hat man eigentlich Frau Brück das Mitsingen nicht untersagt? Das hätten Tänzer, Trainer, Choreografen oder spätestens der Regisseur doch vorher sehen und es besser wissen müssen!

Für Shermine Shahrivar und Xenia Prinzessin von Sachsen sollte es gestern wohl nicht sein, denn aus tänzerischer Sicht ist das Ausscheiden nicht zu erklären. Das waren 2 solide Leistungen, die ohne Weiteres hätten weiter vorn landen können. Aber, andere Kandidaten konnten wohl mehr Solidaritäts-Punkte ergattern. Ich hätte mich auf einen 2. Tanz von Shermine Shahrivar und Xenia Prinzessin von Sachsen gefreut und andere Promis nach hause geschickt. Die Zuschauer von ProSieben sahen das mehrheitlich anders und dieser Ausgang ist nun auch nicht schreiend ungerecht. Ins Finale von “Deutschland tanzt” hätten es beide vermutlich ohnehin nicht geschafft. Also, sportlich nehmen…

Janni Hönscheid und Peer Kusmagk waren mutig, einen Quickstep zu tanzen. Im Vergleich zu den anderen, optisch oft sehr aufwändigen Shows, war es da nicht leicht, sich durchzusetzen. Mir hat’s aber gerade deshalb gefallen! Den soundsovielten Contemporary oder Hip Hop bzw. was alles als solcher verkauft wurde, hätte mich nur gelangweilt. Natürlich war das alles andere, als perfekt. Wie hätte es anders sein sollen? Beste Empfehlung von Janni Hönscheid und Peer Kusmagk für Let’s dance, wo sie allerdings nicht als Paar tanzen könnten…

Zuckersüß und sympathisch ist Taynara Wolf, die eine Samba getanzt hat. Und toll! Viel mehr hätte man kaum zeigen können in der ersten Show von “Deutschland tanzt”. Leider ist das im Feuerwerk der Ideen und Tänze der anderen etwas untergegangen. Schön, dass wir Taynara noch einmal tanzen sehen und ich bin schon ganz gespannt, was sie zeigt!

Für Wolfgang Lippert, Nils Brunkhorst, Friedrich Lichtenstein und Yared Dibaba fällt mir nicht viel Positives ein, was ich hier erwähnen könnte. Schlecht waren alle Vier nicht, aber entbehrlich:

Wolfgang Lippert kann man loben dafür, dass er sich wenigstens aus dem Fenster gelehnt hat. Es war auch nicht schlecht anzusehen, aber nun auch keine tänzerische Offenbarung. Nils Brunkhorst hat mehr Sport gemacht, als getanzt, was ihn gewissermaßen mit Brzeska-Peschel auf eine Stufe stellt, nur dass die besser waren (was nicht wundert) und sich nicht ständig über ein Requisit gewälzt haben. Friedrich Lichtenstein hat das gemacht, was er immer macht – und irgendwie auch gut kann. Mehr aber eben auch nicht. Bei Yared Dibaba war das Kostüm das Schillerndste.

Update: Sehr bedauerlich sind die Einschaltquoten von “Deutschland tanzt”! Sehr viel weniger Zuschauer hätten es ja kaum sein können… 1.270.000 Zuschauer waren überhaupt nur dabei, was einer Einschaltquote von 5% entspricht. Schmale 730.000 waren es in der Gruppe der 14- bis 49-Jährigen, was 8,3% entspricht.

Die Punkte und Tänze aller Kandidaten findet Ihr im Artikel „Deutschland tanzt“ beginnt am 12. November 2016.

Alle Artikel zur dieser Show finden Sie unter dem Stichwort Deutschland tanzt, mehr über andere TV-Shows in unserer Kategorie oder spezieller unter Tanzen im Fernsehen.