Salsango-Interview mit Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger: Zwischen Let’s dance, Dancing Stars und Tanzsport

Autor(in): | aktualisiert am: 22.12.2016
Vadim Garbuzov - Kathrin Menzinger Interview mit den Profis aus Let's dance und Dancing Stars

Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger Interview mit den Profis aus Let’s dance und Dancing Stars – Foto von der WM Showdance Latein 2016 – (c) Salsango – Karsten Heimberger

Wir begleiten Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger, bekannt aus Let’s dance und Dancing Stars, schon ein paar Jahre. Hier das neue Interview. Es war nach 3 Weltmeister-Titeln in Folge und vielen weiteren Erfolgen nämlich Zeit für ein neues, ausführliches Salsango-Interview.

Kathrin Menzinger – Vadim Garbuzov sind das derzeit erfolgreichste Tanzpaar aus Österreich und sogar weltweit eines der besten Tanzpaare im Tanzsport. Im Showdance haben sie mit ihren beiden Weltmeister-Titeln in einem Jahr -in den Kategorien Standard und Latein- Geschichte geschrieben. Das war zuvor noch niemandem gelungen.

Doch auch in den TV-Tanz-Shows Let’s dance auf RTL und Dancing Stars im ORF sorgen sie für Furore und Gesprächsstoff. Vadim Garbuzov hat die Dancing Stars schon zweimal gewonnen, Kathrin Menzinger bei Let’s dance in der vorletzten Staffel. Die Aufzählung hier muss aber unvollständig bleiben. Wir legen am Ende des Interviews ein paar Links, die Sie zu weiteren Artikeln und Informationen führen.

Unser Autor Karsten Heimberger hatte sich mit Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov bei den Austrian Open Championships in Wien zum Interview verabredet.

Das Interview mit Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov

Nehmen Sie sich doch einen Kaffee oder Tee und etwas Zeit… Wie oft in unseren Specials ist dieses Interview mit Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov etwas ausführlicher. Es gab unterschiedliche Themen und ich hatte neben meinen eigenen auch einige Fragen von Salsango-Lesern im Gepäck. Ich habe das Interview am Vorabend der Weltmeisterschaft Showdance Latein geführt. Das ist ein paar Tage her. Deshalb können einige Ereignisse -auch der erneute Weltmeister-Titel- beim Interview noch keine Rolle spielen.

Die Fotos hier im Artikel sind alle von besagter WM aus der Kür “I’m a Refugee”, die Sie am Ende des Interviews auch ansehen können.

Zwischen Dancing Stars und Let’s dance

Salsango: Die Tanz-Shows Let’s dance 2017 und Dancing Stars 2017 werfen schon ihre Schatten voraus. Ihr kennt beide Shows, habt erfolgreich sowohl bei Let’s dance als auch den Dancing Stars getanzt. Was sind für Euch die Unterschiede zwischen beiden Shows?

Kathrin Menzinger: Auch wenn beide Shows auf dem gleichen Prinzip beruhen, sind sie doch sehr verschieden. Ich finde Dancing Stars ist etwas eleganter in der Form, auch ruhiger. Let’s dance ist wahrscheinlich etwas mehr an die amerikanische Version der Show angelehnt. Die Jury ist z.B. wesentlich aktiver, als die von Dancing Stars. Auch die Stimmung ist energiegeladener. In Österreich hat man dafür das Orchester, was wieder mehr Stil in die Sendung bringt. Bei den Dancing Stars ist alles ein bisschen klassischer als bei Let’s dance. Ich finde beide Sendungen toll und ich könnte nicht sagen, welche mir besser gefällt.

Vadim Garbuzov: Ich weiß es nicht genau, aber ich vermute, dass das Publikum ein bisschen ein anderes ist. Das deutsche Publikum ist etwas jünger und in Österreich etwas älter, so im Durchschnitt. Deshalb sind die Sendungen vielleicht auch etwas unterschiedlich ausgerichtet, so wie Kathrin das eben beschrieben hat.

Kathrin Menzinger - Vadim Garbuzov aus Let's dance und Dancing Stars beim Showdance

Kathrin Menzinger – Vadim Garbuzov aus Let’s dance und Dancing Stars beim Showdance – Foto: Salsango – Karsten Heimberger

Salsango: Ich glaube, die Ansprache ist auch deshalb eine andere, weil Österreich eine andere Tanztradition hat als Deutschland, wo ja mindestens eine Generation in den großen Städten aufgewachsen ist, ohne je eine Tanzschule zu besuchen…

Kathrin Menzinger: Dafür aber mit Discofox…

Vadim Garbuzov: Bestimmt gibt kein Land auf der Welt, in dem mehr Leute Wiener Walzer tanzen können, als Österreich…

Kathrin Menzinger: Hier in Österreich ist in der Ballsaison jeden Tag ein anderer, großer, wunderschöner Ball. Die Wiener und sicher alle Österreicher gehen sehr gern auf Bälle und tanzen dort. Deshalb läuft die Sendung in Österreich vermutlich auch so erfolgreich. In der Relation zur Einwohnerzahl ist Dancing Stars nämlich sehr erfolgreich. Eine Million Zuseher bei 8 Millionen Einwohnern ist ein sehr, sehr hoher Marktanteil. In dem Vergleich auch höher als RTL mit Let’s dance in Deutschland. Klar, Deutschland ist größer und es gibt mehr Konkurrenzsender, als hier in Österreich. Das muss man bei einer solchen Betrachtungen mit bedenken.

Salsango: Warum seid Ihr eigentlich nach Deutschland gewechselt und könnt Ihr Euch vorstellen, dass ihr mal wieder zu den Dancing Stars zurück kommt?

Kathrin Menzinger: Naja, es war ja so, dass wir zu Let’s dance gekommen sind in dem Jahr, als in Österreich wegen des ESC kein Dancing Stars stattgefunden hat. Vielleicht war es ein Zufall, dass RTL da angefragt hat, ob wir uns vorstellen könnten, bei Let’s dance mit zu machen. Diese Chance haben wir genutzt. Uns hat extrem gefreut, dass wir beim Casting anschließend auch genommen wurden und dann haben wir natürlich gern mitgemacht bei Let’s dance. Im Jahr darauf war das eine sehr schwierige Entscheidung, was wir machen.

Vadim Garbuzov: Dazu kam für mich, dass ich in Österreich schon 2 x gewonnen hatte. Da wollte ich auch einmal in Deutschland die Gelegenheit bekommen, das Gleiche zu machen. Das war für mich interessant oder wie man auf Österreichisch sagt, ein Ansporn für die Show. Kathrin hat das nun schon erreicht…

Kathrin Menzinger: Ja, ich hatte Glück in meiner ersten Staffel in Deutschland, dass ich mit Hans Sarpei gleich gewinnen konnte. Ich wollte eigentlich meinen Titel verteidigen – und dann kam Ulli Potofski… (lacht)

Wir sind ein Team! Der Erfolg des einen ist immer auch der Erfolg des anderen

Vadim Garbuzov - Kathrin Menzinger beim Salsango-Interview - hier bei ihrer Kür

Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger beim Salsango-Interview – hier bei ihrer Kür – Foto: Salsango – Karsten Heimberger

Salsango: Wie ist das für Dich, Vadim, dass Kathrin so erfolgreich bei Let’s dance ist und Du da noch etwas hinterher hinkst – nach Deinen Erfolgen in Österreich?

Vadim Garbuzov: Ich hab das nie so gegeneinander abgewogen. Wir sind eine Mannschaft, ein Team! Da ist es letztlich egal, wer weiter kommt oder gewinnt. Wenn einer weiter kommt, ist es gut auch für den anderen.

Kathrin Menzinger: Ich finde das schon schade, dass man bisher die Leistung von Vadim in Deutschland noch nicht ganz so wahrgenommen hat. Einerseits helfen wir uns als Team immer auch gegenseitig, andererseits hat Vadim die Dancing Stars in Österreich ja schon 2 x gewonnen. Da stand Vadim viel mehr im Rampenlicht – oder auch durch die Tanzpartnerschaft mit Alfons damals (Anm.d.Red.: Vadim hatte mit Alfons Haider ein männliches Tanzpaar gebildet).

Oft war es so, dass wir beide am Ende einer Show gestanden sind. Da war ich mehr nervös bei der Entscheidung über Vadim, als bei der für mich und meinen jeweiligen Tanzpartner. Man fiebert einfach für den anderen mit. Das wird bestimmt auch immer so bleiben.

Vadim Garbuzov: Es war recht unglücklich beim letzten Mal in Deutschland, dass die Franziska verletzt ausscheiden musste. Da wären bestimmt noch ein paar Runden mehr drin gewesen. (A.d.R. Franziska Traub war 2016 die prominente Tanzpartnerin von Vadim)

Kathrin Menzinger, Ulli Potofski und der Rock’n’Roll

Kathrin Menzinger: Das stimmt, aber ohne das wäre Ulli nicht zurück gekommen.

Salsango: Da gab’s ja heiße Diskussionen in Deutschland…

Kathrin Menzinger lachend: Ja, ich erinnere mich noch gut an den Rock’n’Roll zum Beispiel. Das war eine Aufregung… Aber ganz im Ernst: Ulli Potofski hat im Rock’n’Roll mehr getanzt, als in allen anderen Tänzen. Also rein von der Zeit her. Die meisten Paare fangen ohnehin erst nach 20 Sekunden an zu tanzen, machen immer erst eine große Szenerie. Ich mach das eigentlich nie, fange immer möglichst gleich an, zu tanzen. Da hab ich mir gedacht, mach doch dazwischen mal 20 Sekunden Pause und lass den Ulli einen Hot Dog essen…

Kathrin Menzinger - Vadim Garbuzov bei ihrer WM-Kür 2016

Kathrin Menzinger – Vadim Garbuzov bei ihrer WM-Kür 2016 – Foto: Salsango – Karsten Heimberger

Salsango: Verfolgt Ihr die Schwester-Sendungen von Let’s dance und Dancing Stars, wie sie jetzt gerade laufen, also z.B. Strictly Come Dancing und Dancing With The Stars?

Kathrin Menzinger: Auf jeden Fall! Die aktuellen Sendungen konnte ich jetzt wegen der WM-Vorbereitungen nicht so kontinuierlich verfolgen. Aber normalerweise schaue ich jeden Dienstag gleich die Videos z.B. aus Amerika, wo die Sendung ja montags läuft. Im Moment haben wir aber so viel zu tun, dass ich da nicht ganz so regelmäßig dabei bin, wie sonst. Was ich aber natürlich verfolge, ist die Oti Mabuse bei Strictly Come Dancing. Sie ist ja eine Kollegin von uns und da interessiert uns das Abschneiden natürlich sehr. Der Tango Argentino war ja klasse oder die Rumba. Da hat Oti aber auch ein Riesenglück gehabt mit ihrem Tanzpartner Danny Mac. Der ist ja extrem gut! (zu unseren Artikeln über Strictly Come Dancing und zur Zusammenfassung von Dancing with the stars – es öffnet sich jeweils ein neues Fenster)

Also wir sind da schon dabei. Das ist ja die erfolgreichste Tanz-Show der Welt, egal in welchem Land. Amerika und England sind da die Vorbilder und oft auch Vorreiter in vielen Dingen. Davon lassen wir uns gern inspirieren. Wir schauen aber auch andere Tanz-Shows, “You can dance” und was es da noch so gibt…

Zwischen zwei Staffeln Tanz-Shows

Salsango: Wie macht Ihr das zwischen den Staffeln? Sammelt Ihr da schon Ideen, schaut Videos, notiert Ihr Euch was, usw.?

Kathrin Menzinger: Die brutale Wahrheit ist die: Ich nehme mir immer vor, jedes Jahr und schon lange bevor die Show beginnt, genau das zu machen, was Du eben beschrieben hast. Oder bis dahin schon Figuren oder Tricks auszuprobieren, damit man dann schon etwas in petto hat. Aber… Es bleibt genauso regelmäßig bei den Vorsätzen und dann ist auch schon der erste Trainingstag da und nichts von den guten Vorsätzen ist umgesetzt. Leider, denn eigentlich wäre das super. Aber es ist immer so viel anderes zu tun…

Dann, wenn’s los geht, wenn wir die Musik bekommen, versucht man vielleicht mal noch ein paar Videos als Inspiration zu schauen, speziell auf den jeweiligen Tanz bezogen. Aber sonst, zwischen den Staffeln, ist es so, wie ich eben gesagt habe. Wir kommen einfach nicht dazu.

Vadim Garbuzov: Man muss auch sagen, dass unsere Situation zwischen den Staffeln etwas anders ist, als bei anderen Tänzern vielleicht. Wir sind ja turniermäßig noch aktiv, die anderen oft nicht mehr. Wir stürzen uns dann meist zu 100% in die Vorbereitung der Weltmeisterschaften und so ähnlich. Die anderen Profis unterrichten dann vermutlich mehr.

Salsango: Es geht auch nicht um eine Wertung, das ist nur eine neugierige Frage… Was Du, Kathrin, eben beschrieben hast, kennen ja die meisten von uns. Wie oft nehmen wir uns vor, etwas rechtzeitig anzugehen und erledigen es dann doch erst in letzter Minute…

Der Showtanz hat andere Anforderungen und neue Herausforderungen

Dramatik im Showdance von Vadim Garbuzov - Kathrin Menzinger

Dramatik im Showdance von Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger – Foto: Salsango – Karsten Heimberger

Was habt Ihr denn jetzt im Moment so viel zu tun? Also nicht, dass ich das Gesagte anzweifeln will, aber obwohl Ihr noch Turniere tanzt, beschränkt Ihr Euch doch dabei inzwischen mehr auf den Showdance, während Ihr noch vor einiger Zeit die üblichen Turniere und sogar 10 Tänze-Meisterschaften getanzt habt…

Vadim Garbuzov: Da hast du recht, wir tanzen nicht mehr so viele Turniere. Aber wir tanzen in einer vergleichbaren Intensität den Showdance. Das heißt, wir fahren trotzdem auf alle möglichen Trainingslager, nehmen alle möglichen Stunden bei spezialisierten Trainern, trainieren vom Stundenansatz her kaum weniger, als wir das vorher getan haben.

Kathrin Menzinger: Wir trainieren jeden Tag 4-6 Stunden. Es wird teils sogar mehr, weil wir andere Bereiche mehr trainieren als früher: Fitness, Ausdauer, Kraft – weil wir das für die Shows viel intensiver brauchen, als vorher für den “normalen” Tanzsport. Wir sind im Moment körperlich ganz anders aufgebaut, als wir das in unserer 10-Tänze-Phase waren. Wir trainieren mittlerweile auch viele andere Tanzarten, z.B. regelmäßig Hip Hop und Contemporary, Afro und mehr – einfach verschiedene Tanzstile, weil wir das für unsere Choreografien im Showdance brauchen. Inzwischen nehmen wir sogar noch Schauspielunterricht, weil uns das im Show-Tanz hilft, uns auszudrücken. Das hat sich also schon sehr verändert. Und es stimmt: Wir sind nicht mehr jedes Wochenende auf Turnieren, wie früher…

Vadim Garbuzov: Dafür sind wir jedes 2. Wochenende zu Show-Tänzen unterwegs. Das ist für uns kaum anders von der Intensität her. Wir müssen bei solchen Buchungen oft mehrere Choreografien tanzen, bis zu 4 Kür-Programme. Dafür musst Du extrem fit sein. Jede Kür ist 4 Minuten lang…, die ganzen Hebefiguren. Also ich spüre nicht weniger Intensität…

Kathrin Menzinger: Da ist dann oft nicht viel Pause dazwischen, wir müssen uns ja auch noch umziehen und so. Zeit zum Luftholen bleibt da nicht. Und beim Showtanz ist es ja so, wenn Du nur mal ein bisschen weniger Kraft für eine Figur einsetzt, kann die komplett in die Hose gehen… Bei einem Lift oder einem Trick am Boden. Das ist anders als im Turniertanz: Da kannst du -wenn du spürst, die Beine sind schon etwas müde- etwas weniger Gas geben und es funktioniert trotzdem irgendwie. Wenn Du das in der Show machst, dann bekommt mich Vadim nicht mehr hoch oder ich falle hin. Deshalb ist das körperlich anstrengender, sind die Anforderung an uns viel höher als früher.

Salsango: Interessant, wenn Ihr das so formuliert. Ich finde nämlich, dass der Profi-Tänzer, der in einer Tanz-Show arbeitet oder arbeiten will, eine Verantwortung dafür hat, sich fit zu halten, zu üben, sich weiter zu bilden, im Stoff zu bleiben. Man sieht es in den Tanz-Shows, wie sehr Leute im Training stehen oder am Puls der Zeit sind. So wie man es sieht, wenn einer frisch aus dem Turniersport in solche Shows kommt. Die tanzen anders…

Vadim Garbuzov: Die sind … spritziger…?

Kathrin Menzinger: Das ist natürlich bei Let’s dance und Dancing Stars ein Vorteil, wenn man noch aktiv im Turniertanz tätig ist. Andererseits, wenn man frisch vom Turniertanz kommt und noch nie solche Shows getanzt hat, muss man natürlich auch erst vieles lernen, Erfahrungen sammeln…

Wie entsteht ein Tanz bei Euch bei den Dancing Stars oder Let’s dance?

Salsango: Wie entsteht bei Euch so eine Choreografie für Let’s dance oder Dancing Stars? Ihr bekommt am Freitag die Musik für’s nächste Mal…

Kathrin Menzinger: Also das hängt sehr davon ab, mit wem man tanzt. Bei Ulli Potofski bin ich manchmal sogar übers Wochenende nach Wien nach hause geflogen und wir haben das Training auf 2 Tage reduziert. Aber normalerweise macht man am Samstag die Choreografie und trainiert dann am Sonntag schon.

Vadim Garbuzov: Ich mach das dann so, dass ich mich in die Musik einhöre, sie analysiere – also aufschreibe, alle Takte ganz genau… Das heißt, die Struktur der Musik, die Einleitung, wie viele 8er-Phrasen, wo ist die Strophe, wo ist der Refrain, wo sind Breaks, der Text… Das ist ein ganzes System, da sind hinterher die Zettel voll…

Salsango: Kann ich mir das vorstellen wie eine Partitur in der Musik?

Vadim Garbuzov: Genau! So ungefähr. Wir analysieren die Musik und schreiben auf, wie genau die Struktur von diesem Lied ist, um dann darauf eine Choreografie setzen zu können. Denn das muss alles genau stimmen. Das kann sich nicht nur ungefähr an der Musik orientieren. So eine Choreografie muss exakt sein, auf jeden Schlag stimmen. Dann recherchiere ich zu dem Musikstück, wer es geschrieben hat, wann, wo und wer es veröffentlicht hat, schaue mir Musikvideos an, versuche heraus zu finden, was die Gedanken waren, von dem der es geschrieben hat. Das kann nämlich schon viele Ideen für die Choreografie bringen… Und dann erst entsteht die Choreografie. Ich brauche da übrigens doppelt soviel Zeit, wie Kathrin. Die ist da schneller.

Kathrin Menzinger: Es kommt darauf an. Bei Standardtänzen tue ich mich etwas leichter, da mache ich die Choreo manchmal sogar nur im Kopf. Bei Latein-Tänzen muss ich exakter sein, damit ich ein Gefühl dafür bekomme. Das Prinzip ist jedoch immer das gleiche. Aber auch wenn ich meist recht schnell im Choreografieren bin: Manchmal hockst du an so einer Stelle, von der Du weißt, sie ist nicht perfekt. Dann kommt es vor, dass ich 5 Stunden lang an so einem Punkt arbeite. Das sind vielleicht nur 2 Achter, jedoch bin ich nicht zufrieden damit, ändere 30 mal um – und hab immer noch nicht die perfekte Variante. Aber wenn ich sie dann einmal gefunden habe, weiß ich es sofort!

Vadim Garbuzov - Kathrin Menzinger 2016

Vadim Garbuzov – Kathrin Menzinger 2016 – Foto von der WM Showdance Latein 2016 – (c) Salsango – Karsten Heimberger

Pläne für die nächsten Wochen

Salsango: Morgen ist die Weltmeisterschaft, bis zu den Tanz-Shows im Frühjahr ist es noch ein bisschen hin. Ich frage Euch jetzt nicht, ob oder wo Ihr dabei seid. Das obliegt den Sendern, das zu verkünden… Aber welche Pläne habt Ihr für die nähere und weitere Zukunft außerhalb dieses Aspektes?

Kathrin Menzinger: Wir arbeiten z.B. an der Choreografie für ein neues Musical in Wien, das “Ti amo 3” heißt, also nun bereits die 3. Folge davon. Das ist insgesamt die 5. Musical-Produktion, an der wir mitwirken… Mittlerweile kommen auch immer mehr Tanzsport-Paare, die uns wegen einer Choreografie für einen Showdance ansprechen. Durch die Meistertitel im Tanzsport und die TV-Präsenz haben wir uns da doch inzwischen einen Namen machen können, so dass sogar schon einige unserer eigenen Trainer Paare zu uns schicken deswegen.

Vadim Garbuzov: Zum Beispiel kommt nächste Woche ein Paar aus Italien, das Fabio Selmi zu uns geschickt hat. Das ist eine Riesen-Ehre für uns! Er hat denen gesagt: “Ich kann das natürlich auch für Euch machen, aber Kathrin und Vadim können das besser.” Das macht uns stolz!

Kathrin Menzinger: Dann haben wir viele Auftritte, vor allem in Deutschland. Wir tanzen z.B. zum Tanztrainer-Kongress in Bad Harzburg – und dann geht’s noch einmal weit weg nach Macau in China. Also langweilig wird uns auf jeden Fall nicht…

Salsango: Ich bedanke mich für die Zeit, die Ihr Euch trotz der WM morgen genommen habt und gehe davon aus, dass wir uns im neuen Jahr dann bald wieder sprechen und sicher auch sehen werden. Bis dahin drücke ich Euch fest die Daumen!

-Ende des Interviews-

Hier noch die Show mit dem Titel “I’m a Refugee” von Kathrin Menzinger und Vadim Garbuzov zur Weltmeisterschaft 2016 Showdance Latein:

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